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	Kommentare zu: Alle vier Jahre mal ein Kreuz	</title>
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		<title>
		Von: kiki		</title>
		<link>https://anjaroehl.de/alle-vier-jahre-mal-ein-kreuz/#comment-12963</link>

		<dc:creator><![CDATA[kiki]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 21 Jul 2018 18:36:19 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Liebe Anja,

vielen Dank für Deinen Blog. Selbst wenn meine Erfahrungen nicht so dramatisch waren wie Deine, tut es gut, zu lesen, dass andere ähnliche Erfahrungen gemacht haben.

Lange schon hatte ich das Bedürfnis, mir den Marienhof anzusehen. Vergangene Woche war es dann so weit. Der Marienhof existiert noch, ist jetzt aber ein Sanatorium. Marienhof Wyk Das Haupthaus im Fehrstieg 43 sieht genauso aus wie früher und heißt immer noch „Friesenhaus“. Heute ist dort ein Ferienheim der Polizei untergebracht. Gern schicke ich Dir Fotos.

Im Januar 1971 wurden mein Bruder (4 Jahre) und ich (5 Jahre) in den Marienhof Wyk auf Föhr verschickt, weil meine Mutter operiert wurde und sich während ihres Krankenhausaufenthalts niemand um uns kümmern konnte. Ich weiß noch, wie sehr sie weinte, als sie uns in Lauenburg mit Schildern um den Hals in den Zug setzte. Zuvor hatte sie in mühevoller Kleinarbeit Namensschilder in unsere Kleidung genäht. - Wenn ich mir heute Kinder in dem Alter ansehe, erscheint es mir unvorstellbar grausam, diese Zwerge in die Obhut fremder Erzieher fernab von Zuhause zu geben. - Nach unserer Ankunft wurden wir getrennt! Mein Bruder sollte im „Friesenhaus“ bleiben. Er weinte so bitterlich, dass sich die Erzieher erbarmten und ihn schließlich bei mir im „Inselhaus“ unterbrachten. (Es existiert noch immer unter diesem Namen und liegt auf dem Gelände des Sanatoriums direkt am Strand.) 

Auch ich hatte aufgrund des strengen Regiments der Erzieher den Eindruck, dass sich unter ihnen Altnazis befanden. Wer ungezogen ist, würde in den dunklen Keller gesteckt, drohte man uns. Ich glaube, ein Junge wurde während unseres Aufenthalts dort eingesperrt. Auch wir mussten uns in 2er-Reihen aufstellen, wenn es zum Essen oder in den Waschraum ging. Das war allerdings auch in der Vor- und Grundschule der Fall. Und auch „in der Ecke stehen“ war eine gängige Strafe - in der Schule wie auf Wyk. Während des Essens musste ich in die Ecke mit dem Rücken zum Raum, nachdem ich mit meinem Nachbarn herumgealbert hatte. Ich erinnere mich auch an die Rohkostsalate. Bis heute hasse ich Apfel-Karotten-Salat. Zum Glück gestattete man mir, ihn ins Klo zu spucken. In der „Schwedenhalle“ mussten wir halbnackt mit geschlossenen Augen und Schutzbrille vor der Wand mit der Höhensonne stehen. - Heute basteln dort Kurgäste. - Den Geruch nach verbranntem Ozon werde ich nie vergessen, denn auch zu Hause hatten wir so ein Ding. Mittlerweile weiß man, dass die damals übliche harte UV-Strahlung Hautkrebs auslösen kann.

Leider musste ich meinen 6sten Geburtstag im Marienhof verbringen. Besonders traurig war ich darüber, die Päckchen nicht selbst empfangen zu haben und öffnen zu dürfen. Ich erhielt wie alle anderen Kinder auch eine Zuteilung des Inhalts. Gern hätte ich selbst geteilt. Die Briefmarken auf den Postkarten von unserer Familie wurden herausgeschnitten – für arme Kinder, erzählte man uns. Noch Jahre später mussten mein Bruder und ich weinen, wenn wir uns diese Postkarten vorlasen. Wer weiß, was wir ins Unterbewusstsein verdrängt haben.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Liebe Anja,</p>
<p>vielen Dank für Deinen Blog. Selbst wenn meine Erfahrungen nicht so dramatisch waren wie Deine, tut es gut, zu lesen, dass andere ähnliche Erfahrungen gemacht haben.</p>
<p>Lange schon hatte ich das Bedürfnis, mir den Marienhof anzusehen. Vergangene Woche war es dann so weit. Der Marienhof existiert noch, ist jetzt aber ein Sanatorium. Marienhof Wyk Das Haupthaus im Fehrstieg 43 sieht genauso aus wie früher und heißt immer noch „Friesenhaus“. Heute ist dort ein Ferienheim der Polizei untergebracht. Gern schicke ich Dir Fotos.</p>
<p>Im Januar 1971 wurden mein Bruder (4 Jahre) und ich (5 Jahre) in den Marienhof Wyk auf Föhr verschickt, weil meine Mutter operiert wurde und sich während ihres Krankenhausaufenthalts niemand um uns kümmern konnte. Ich weiß noch, wie sehr sie weinte, als sie uns in Lauenburg mit Schildern um den Hals in den Zug setzte. Zuvor hatte sie in mühevoller Kleinarbeit Namensschilder in unsere Kleidung genäht. &#8211; Wenn ich mir heute Kinder in dem Alter ansehe, erscheint es mir unvorstellbar grausam, diese Zwerge in die Obhut fremder Erzieher fernab von Zuhause zu geben. &#8211; Nach unserer Ankunft wurden wir getrennt! Mein Bruder sollte im „Friesenhaus“ bleiben. Er weinte so bitterlich, dass sich die Erzieher erbarmten und ihn schließlich bei mir im „Inselhaus“ unterbrachten. (Es existiert noch immer unter diesem Namen und liegt auf dem Gelände des Sanatoriums direkt am Strand.) </p>
<p>Auch ich hatte aufgrund des strengen Regiments der Erzieher den Eindruck, dass sich unter ihnen Altnazis befanden. Wer ungezogen ist, würde in den dunklen Keller gesteckt, drohte man uns. Ich glaube, ein Junge wurde während unseres Aufenthalts dort eingesperrt. Auch wir mussten uns in 2er-Reihen aufstellen, wenn es zum Essen oder in den Waschraum ging. Das war allerdings auch in der Vor- und Grundschule der Fall. Und auch „in der Ecke stehen“ war eine gängige Strafe &#8211; in der Schule wie auf Wyk. Während des Essens musste ich in die Ecke mit dem Rücken zum Raum, nachdem ich mit meinem Nachbarn herumgealbert hatte. Ich erinnere mich auch an die Rohkostsalate. Bis heute hasse ich Apfel-Karotten-Salat. Zum Glück gestattete man mir, ihn ins Klo zu spucken. In der „Schwedenhalle“ mussten wir halbnackt mit geschlossenen Augen und Schutzbrille vor der Wand mit der Höhensonne stehen. &#8211; Heute basteln dort Kurgäste. &#8211; Den Geruch nach verbranntem Ozon werde ich nie vergessen, denn auch zu Hause hatten wir so ein Ding. Mittlerweile weiß man, dass die damals übliche harte UV-Strahlung Hautkrebs auslösen kann.</p>
<p>Leider musste ich meinen 6sten Geburtstag im Marienhof verbringen. Besonders traurig war ich darüber, die Päckchen nicht selbst empfangen zu haben und öffnen zu dürfen. Ich erhielt wie alle anderen Kinder auch eine Zuteilung des Inhalts. Gern hätte ich selbst geteilt. Die Briefmarken auf den Postkarten von unserer Familie wurden herausgeschnitten – für arme Kinder, erzählte man uns. Noch Jahre später mussten mein Bruder und ich weinen, wenn wir uns diese Postkarten vorlasen. Wer weiß, was wir ins Unterbewusstsein verdrängt haben.</p>
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		<title>
		Von: Detlef Harnack		</title>
		<link>https://anjaroehl.de/alle-vier-jahre-mal-ein-kreuz/#comment-480</link>

		<dc:creator><![CDATA[Detlef Harnack]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 22 Apr 2010 14:54:29 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Ich möchte hier dem Artikel weder widersprechen noch zureden - auch nicht dem Kommentar. Aber ich möchte eines meiner Manuskripte als Ergänzung hinzu fügen:

Die zehn Gebote für den kritischen Bürger:


1)Es gibt keine Meinungsfreiheit.

2)Wir haben keine Demokratie.

3)Anarchisten sind die wertvollsten Elemente unserer Gesellschaft.

4)Gesetze sind dazu da, um auf ihre Verfassungskonformität und ihre Realitätsbezogenheit überprüft zu werden.

5)Die Verfassung ist dazu da, um auf ihre Konformität zur Internationalen Menschenrechtskonstitution und ihre Realitätsbezogenheit überprüft zu werden.

6)Der Staat und seine Organe haben grundsätzlich zunächst einmal unrecht; akzeptiere deren Aktionen erst nach gründlicher Überprüfung auf Gesetzlichkeit und Verfassungskonformität – ggfls. leiste (verfassungsmäßig basierten) Widerstand.

7)Der Staat und seine Organe haben grundsätzlich für den Bürger 100%ig transparent zu sein; akzeptiere Auskunftsverweigerung und Geheimhaltung grundsätzlich nicht – betrachte sie auf Grund basisdemokratischer Grundsätze als humanitär illegal und reagiere entsprechend.

8)Für die Leistungen des Staates zahlst Du Steuern – damit sind diese Leistungen finanziell ab geglichen. Akzeptiere keine weiter gehenden Gebühren, denn diese sind eine versteckte Doppel-Besteuerung und selbige ist illegal.

9)Wenn der Staat von Dir Auskünfte begehrt, bedeutet dies Arbeit für Dich – es muss legal sein, für die sachgerechte Erteilung der Auskünfte eine angemessene Gebühr vom Staat zu verlangen, da der Staat keine Steuern an Dich zahlt.

10)Merke: Betreibe den Gleichheitsgrundsatz generell und umfassend – das ist legal. Der Staat hat nicht mehr Rechte als Du selbst, was Deinen eigenen Lebensbereich an geht; alles andere ist verfassungswidrig, oder, wenn die Verfassung dies dennoch vor sieht, menschenrechtswidrig.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich möchte hier dem Artikel weder widersprechen noch zureden &#8211; auch nicht dem Kommentar. Aber ich möchte eines meiner Manuskripte als Ergänzung hinzu fügen:</p>
<p>Die zehn Gebote für den kritischen Bürger:</p>
<p>1)Es gibt keine Meinungsfreiheit.</p>
<p>2)Wir haben keine Demokratie.</p>
<p>3)Anarchisten sind die wertvollsten Elemente unserer Gesellschaft.</p>
<p>4)Gesetze sind dazu da, um auf ihre Verfassungskonformität und ihre Realitätsbezogenheit überprüft zu werden.</p>
<p>5)Die Verfassung ist dazu da, um auf ihre Konformität zur Internationalen Menschenrechtskonstitution und ihre Realitätsbezogenheit überprüft zu werden.</p>
<p>6)Der Staat und seine Organe haben grundsätzlich zunächst einmal unrecht; akzeptiere deren Aktionen erst nach gründlicher Überprüfung auf Gesetzlichkeit und Verfassungskonformität – ggfls. leiste (verfassungsmäßig basierten) Widerstand.</p>
<p>7)Der Staat und seine Organe haben grundsätzlich für den Bürger 100%ig transparent zu sein; akzeptiere Auskunftsverweigerung und Geheimhaltung grundsätzlich nicht – betrachte sie auf Grund basisdemokratischer Grundsätze als humanitär illegal und reagiere entsprechend.</p>
<p>8)Für die Leistungen des Staates zahlst Du Steuern – damit sind diese Leistungen finanziell ab geglichen. Akzeptiere keine weiter gehenden Gebühren, denn diese sind eine versteckte Doppel-Besteuerung und selbige ist illegal.</p>
<p>9)Wenn der Staat von Dir Auskünfte begehrt, bedeutet dies Arbeit für Dich – es muss legal sein, für die sachgerechte Erteilung der Auskünfte eine angemessene Gebühr vom Staat zu verlangen, da der Staat keine Steuern an Dich zahlt.</p>
<p>10)Merke: Betreibe den Gleichheitsgrundsatz generell und umfassend – das ist legal. Der Staat hat nicht mehr Rechte als Du selbst, was Deinen eigenen Lebensbereich an geht; alles andere ist verfassungswidrig, oder, wenn die Verfassung dies dennoch vor sieht, menschenrechtswidrig.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>
		Von: Christiane		</title>
		<link>https://anjaroehl.de/alle-vier-jahre-mal-ein-kreuz/#comment-106</link>

		<dc:creator><![CDATA[Christiane]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 18 Dec 2009 01:03:29 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Ja Anja - gut aber den Wahlkampf und das Ergebnis verlangen Kontinuität, das Vertrauenzu  festigen und das haben die LINKEN durch jahrelange Kleinarbeit und Überzeugungsarbeit erreicht. Da helfen keine besserwissenden Zirkel, sondern Auseinandersetzung auf der Straße, am Infostand und &quot;Klinkenputzen&quot;. Alle vier Jahre reicht nicht, da wurde schon zwischendurch geackert. Die Kritik an  H.Holter hat M.L. Stimmen gebracht, aber auch gekostet.  Kontinuität in der Arbeit für mehr Gerechtigkeit,
Bildung, gegen Altersarmut und nicht um Posten, Titel  und Mandate, ob mit oder ohne Schlips, das erwarten die Wähler von uns.

Antwort dazu: Ich glaube, dass das Kapital mit seinen ständig verschlechternden Bedingungen, selbst dafür sorgt, dass die Menschen mehr Sympathien für linke Ideen entwickeln, darunter stellen sie sich oft was ganz Konkretes vor: Mehr Gerechtigkeit zum Beispiel. Wichtig wird dann aber, dass man diesen Vorstellungen auch nach der Wahl gerecht wird und nicht, wie zB Holter nachher einknickt. Das nehmen die Menschen übel und dann, das lehrt die Geschichte, kippt Enttäuschung schnell in Wut gegen die, von denen man sich getäuscht fühlt.  ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ja Anja &#8211; gut aber den Wahlkampf und das Ergebnis verlangen Kontinuität, das Vertrauenzu  festigen und das haben die LINKEN durch jahrelange Kleinarbeit und Überzeugungsarbeit erreicht. Da helfen keine besserwissenden Zirkel, sondern Auseinandersetzung auf der Straße, am Infostand und &#8222;Klinkenputzen&#8220;. Alle vier Jahre reicht nicht, da wurde schon zwischendurch geackert. Die Kritik an  H.Holter hat M.L. Stimmen gebracht, aber auch gekostet.  Kontinuität in der Arbeit für mehr Gerechtigkeit,<br />
Bildung, gegen Altersarmut und nicht um Posten, Titel  und Mandate, ob mit oder ohne Schlips, das erwarten die Wähler von uns.</p>
<p>Antwort dazu: Ich glaube, dass das Kapital mit seinen ständig verschlechternden Bedingungen, selbst dafür sorgt, dass die Menschen mehr Sympathien für linke Ideen entwickeln, darunter stellen sie sich oft was ganz Konkretes vor: Mehr Gerechtigkeit zum Beispiel. Wichtig wird dann aber, dass man diesen Vorstellungen auch nach der Wahl gerecht wird und nicht, wie zB Holter nachher einknickt. Das nehmen die Menschen übel und dann, das lehrt die Geschichte, kippt Enttäuschung schnell in Wut gegen die, von denen man sich getäuscht fühlt.  </p>
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