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	<title>Filmrezensionen &#8211; Anja Röhl</title>
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	<title>Filmrezensionen &#8211; Anja Röhl</title>
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		<title>Im Schatten des Orangenbaums &#8211; Filmrezension</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Anja Röhl]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 25 Jan 2026 13:34:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Filmrezensionen]]></category>
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					<description><![CDATA[Im Schatten des Orangenbaums - Bester Film über die Geschichte Palästinas mit Tiefenwirkung]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p><strong>Im Schatten des Orangenbaums</strong> (Originaltitel <strong><a href="https://www.youtube.com/watch?v=75v4jEERoHQ" title="All That’s Left of You;"><em>All That’s Left of You</em>;</a></strong> <em>Illi baqi minnak</em>) ist ein Film der kanadischen Filmemacherin <strong><a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Cherien_Dabis" title="Cherien Dabis ">Cherien Dabis </a></strong>über ihre eigene Familie mit palästinensischen Wurzeln. Über eine Zeitspanne von 1948 bis in die Gegenwart erzählt sie von den Wandlungen innerhalb dreier Generationen einer palästinensischen Familie, bei der der Großvater einst ein palästinensischer Orangen-Plantagenbesitzer in Jaffa gewesen war. Die Regisseurin spielt selbst eine der Hauptfiguren, eine Mutter, die schildert, wie es zu den Schüssen auf ihren 17-jährigen Sohn bei kam. <em>Im Schatten des Orangenbaums</em> wurde im Januar 2025 beim <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sundance_Film_Festival_2025">Sundance Film Festival</a> erstmalig gezeigt und kam Ende November 2025 in die deutschen Kinos. <em>Im Schatten des Orangenbaums</em> wurde von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Jordanien">Jordanien</a> als Beitrag für die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Oscarverleihung_2026">Oscarverleihung 2026</a> als <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Beitr%C3%A4ge_f%C3%BCr_den_besten_internationalen_Film_f%C3%BCr_die_Oscarverleihung_2026">bester internationaler Film</a> eingereicht.</p>



<p>Der Film ist ein Film, der einem mit der Faust in den Magen trifft, so ungefähr stelle ich mir die Axt vor, die nach Meinung Franz Kafkas die Literatur sein soll, die &#8222;das gefrorene Eis im Inneren eines Menschen&#8220; zerschlagen kann. Hier zerschlägt es den zu Eis gewordenen Knoten des Konflikts zwischen Israel und Palästina, nie, so hatte ich das Gefühl, habe ich dermaßen viel über diesen seit 1948 andauernden Krieg begriffen, mit dem ich sozusagen seit meiner Kindheit aufgewachsen bin. Auch nach einem zweiten Anschauen denke ich noch immer: Es ist einer der besten Filme, die ich in meinem Leben je gesehen habe. Wie genau hier die Geschichte Palästinas in zwei Stunden tief durchdrungen und gezeigt wird, ist unfassbar gut! Man lernt wirklich, &#8220; in den Schuhen des anderen&#8220; zu gehen, wir durchdringen in diesem Film mit drei Generationen gemeinsam die Geschichte Palästinas, eine ganze Epoche, wir sehen es mit einem gleichzeitig miterlebendem und einem reflektierenden Blick. Hier ist historisch tiefes Unrecht geschehen, dabei ist &#8222;menschlich bleiben&#8220; schwer und doch das höchste Ziel, wie ein älterer Mann in einer Moschee rät. Sichere und passgenaue Regiearbeit mit hervorragenden Schauspielern. Auch das Spielteam ist israelisch-palästinensich gemischt. Die Frau des Plantagenbesiters wird von der Israelin Maria Zreik gespielt, Vater und Großvaters des kleinen Noor werden von <strong><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Mohammad_Bakri" title="Mohamed Bakri">Mohamed Bakri</a></strong> und <strong>Adam Bakri</strong> gespielt, auch in Wirklichkeit Vater und Sohn, beide palästinensich-israelischer Herkunft.  Dazu spielt auch der Enkel noch mit: <strong>Saleh Bakri</strong>, eine wundervolle Rolle!</p>



<p>Eine kleine Szene in dem Film, etwa in der Mitte: Auf einer Treppe begegnen sich der palästinensische Plantagenbesitzer, nun Möbelpacker eines Gefangenenlagers und ein aus einem KZ entlassener Neusiedler. Sie begegnen sich und schauen sich an, sie halten inne, sie wissen nicht, sollen sie sich die Hände reichen? Sie erkennen sich im anderen wieder. Beide sind gebrochen. Eine furchtbare Tragik. Der ehemalige KZ-Häftling geht nach oben in seine neue Wohnung und der ehemalige Plantagenbesitzer, nun unter Bewachung von bewaffneten Soldaten, steht am unteren Rand der Treppe, fällt zu Boden&#8230;</p>



<p>Unbedingt empfehlenswert! Schon angelaufen!</p>
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		<title>Im Schatten des Orangenbaumes</title>
		<link>https://anjaroehl.de/im-schatten-des-orangenbaumes-und-andere-filme-zum-jahresanfang-2026/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Anja Röhl]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 09 Jan 2026 15:17:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Filmrezensionen]]></category>
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					<description><![CDATA[Berührender, ergreifender Film über die Tragik Palästinas in einer Familie über drei Generationen - lohnt sich sehr!]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p><strong><a href="https://www.x-verleih.de/filme/im-schatten-des-orangenbaums/" title="Im Schatten des Orangenbaumes">Im Schatten des Orangenbaums</a></strong> macht den Versuch, die Geschichte Palästinas zu rekonstruieren. Dies gelingt ausgesprochen gut. Inspiriert von der Geschichte ihrer eigenen Familie erzählt Regisseurin und Autorin <strong>Cherien Dabis</strong>, die selbst auch mitspielt, mitdem Film: <strong>IM SCHATTEN DES ORANGENBAUMS</strong> (OT: ALL THAT’S LEFT OF YOU), Januar 2025, ein berührendes Porträt über drei Generationen im Westjordanland von 1948 bis 2022, in dem persönliche Schicksale und die Geschichte eines Volkes untrennbar miteinander verbunden sind. Der Film wurde als jordanischer Beitrag für den OSCAR<img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/2122.png" alt="™" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /> 2026 in der Kategorie „Bester internationaler Film“ ausgewählt. </p>



<p><strong>Inhalt: </strong></p>



<p>Einst hatte der Großvater als junger Mann von seinen Eltern und Großeltern eine Orangenplantage geerbt und bewirtschaftete sie als ein freier Plantagenbesitzer. Er lebte mit seiner Familie im Wohlstand und seit Urzeiten in Jaffa, in einem Haus mit vielen Zimmern, mit Kronleuchtern, Kultur und Geschmack. Seine Kinder rezitierten beim Abendbrot berühmte Dichterworte. Er war ein aufgeklärter säkulärer Humanist. Nach dem Abzug der Engländer und der Besetzung durch Israelische Soldaten, flieht seine Familie zu Verwandten und er kommt in ein Gefangenenlager. Das alte Leben ist für immer vorbei. Als er in einer Szene, wo er als Straßenarbeiter Steine schleppen muss, eine israelische Familie in ein leeres Haus einziehen sieht, begegnet ihm ein Mann, der auch aus einem Lager kommt, da bricht er zusammen. Selten ist es so vorsichtig und warmherzig gelungen, Geschichte am Beispiel einer Familie zu erklären. Sehr humanistisch, gleichzeitig sehr klar, geht unter die Haut, lässt einen tagelang weiter über die Tragik zwischen diesen beiden Ländern, Israel und Palästina, nachdenken. lohnt sich sehr!</p>
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		<title>Stiller &#8211; Filmrezension</title>
		<link>https://anjaroehl.de/stiller-filmrezension/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Anja Röhl]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 07 Nov 2025 22:59:45 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Filmrezensionen]]></category>
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					<description><![CDATA[Stiller, Romanadaptation für den Film, glänzend umgesetzt von Stefan Haupt (Regie) und Albrecht Schuch (Stiller)]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Will man etwas erfahren über die Feigheit des durch eine patriarchale Gesellschaft erzogenen Mannes, so muss man sich mit <strong><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Max_Frisch" title="Max Frisch">Max Frisch</a> </strong>und seinen literarischen Stoffen beschäftigen. Die Feigheit zeigt der in das patriarchale Korsett gepresste Mann nicht vor dem Feind, vor Waffen, Krieg und Flugzeugabstürzen, sondern vor Frauen. Tiefe Gefühle ergreifen ihn im tiefsten Inneren, sein Herz schmerzt, sie verleiten ihn zur Hingabe, aber Hingabe erscheint ihm als eine unverzeihliche Schwäche. Sie widerspricht der überall zur Schau gestellten patriarchalen Forderung, immer sachlich, hart, kalt, mathematisch und allem überlegen zu sein. Sie widerspricht der Forderung immer vernünftig und niemals gefühlsgeleitet zu sein. Hierhin liegt der traurige Grund, warum es vorkommt, dass Männer schwangere Frauen verlassen, und dass sie manchmal, grade dann, wenn sie besonders stark lieben, plötzlich einfach verschwinden und abhauen. Später sind sie verzweifelt, bereuen, trauern, aber dann sind die Kinder aus dem Haus, die Frauen gestorben, die Lieben erkaltet. Endlos viele Romane sind mit diesem Stoff gefüllt worden. </p>



<p>Im Falle des Films <strong><a href="https://www.studiocanal.de/title/stiller-2025/" title="STILLER ">STILLER </a></strong>, nach dem gleichnamigem Weltbestseller von Max Frisch, gedreht von Stefan Haupt (2025) taucht ein Mann nach 8 Jahren Abwesenheit wieder in seiner alten Umgebung auf und behauptet ein anderer zu sein.  Alle erkennen ihn wieder, aber er schafft es, dass selbst der Zuschauer glaubt, dass es sich um zwei verschiedene Personen handelt. Ein sehr subtiles, leises Liebes-Drama von Liebe und Schuld. Glänzend umgesetzt in diesem großartigen Film. Der Hauptdarsteller <strong><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Albrecht_Schuch" title="Albrecht Schuch">Albrecht Schuch</a></strong> überzeugt durch eine unfassbar gute Darstellung zweier gegensätzlicher Charaktere in einer Person. Lohnt unbedingt anzusehen. Man versteht: Das Aufbrechen des patriachalen Korsetts ist eine Befreiung für den Mann, leider aber steht er sich dabei oft selbst im Weg. Max Frischs Anliegen war immer, dieses Korsett sichtbar zu machen, es gelang ihm leider nicht, sich auch selbst aus ihm zu befreien, jedoch war es ihm stets zu eng. Die Leser seiner Romane können den Erkenntnisgewinn ziehen, dass Männlichkeit auch anders denkbar ist, mit großen Gefühlen, die sich kraftvoll Bahn brechen dürfen und nicht unterdrückt werden müssen, inklusive Weinen, Hingabe, Weichheit. Ein Thema, dass auch heute wieder hochaktuell ist!</p>



<p></p>
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		<title>Monsieur Aznavour &#8211; Filmrezension</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Anja Röhl]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 14 Jun 2025 23:27:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Filmrezensionen]]></category>
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					<description><![CDATA[Monsieur Aznavour ist ein Sozialdrama mit einem hoffnungsvollem Kern. Ein Sohn georgisch-armenischer Einwanderer wurde ein weltberühmter französische Chansonier]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Wie der arme georgisch-armenische Einwanderersohn Charles Aznavour zu einem der größten Chansonniers Frankreichs werden konnte, welche Hürden er nehmen musste, welche Rückschläge einstecken, all das zeigt jetzt eine französiche Filmbiografie von Mehdi Idir und Grand Corps Malade (bekannt aus &#8222;<strong><a href="https://www.epd-film.de/filmkritiken/lieber-leben" title="Lieber Leben&quot;">Lieber Leben&#8220;</a></strong>/2027).  Dass seine Weltkarriere zum Superstar schmerzhaft, steinig und dornig war, zeigt eine einfühlsame und schonungslose, aber auch witzige Filmbiografie, die jetzt in die Kinos kommt. Der Film brilliert besonders dadurch, dass er eine Kindheit &#8222;von der Straße&#8220;, in einer armen armenischen Einwandererfamilie, zum positiven Ausgangspunkt seines  Talents und Voraussetzung seiner Freundschaft mit Edith Piaf macht, die ihm schließlich den Weg zur Weltkarriere ermöglicht hat. In fünf Kapiteln, die jeweils mit Liedtiteln von Aznavour überschrieben sind, wird die Geschichte eines charmanten kleinen, im herkömmlichen Sinne nicht schönen Mannes erzählt, der als armer Außenseiter beginnt und zum Repräsentanten und Weltstar des französischen Chansons wird. Immer wieder muss er heftige Diskriminierungen erleiden, Anfeindungen, Ausgrenzung und blanken Rassismus. Seine Texte und Melodien werden dadurch immer besser. Die beiden Regisseure haben Großes geleistet. Wie immer in einer Mischung von Witz und Tiefe. Der Schauspieler<strong><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Tahar_Rahim" title=" Tahar Rahim"> Tahar Rahim</a></strong>, (Franzose algerischer Abstammung) bekannt aus Jacques Audiards Knastdrama &#8222;Ein Prophet&#8220;, verkörpert Aznavour als Erwachsenen mit starker Ähnlichkeit zum Original, dem er sich in Gestik und Mimik, sowie in lässiger Eleganz auf eine feine, liebevolle Weise angenähert hat. Großartig! Lohnt sich!</p>



<p></p>
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		<item>
		<title>GUNDERMANN Film von Andreas Dresen   Film-Rezension</title>
		<link>https://anjaroehl.de/gundermann-film-von-andreas-dresen-rezension/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Anja Röhl]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 22 Aug 2018 08:48:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Filmrezensionen]]></category>
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					<description><![CDATA[Es gibt einen Sänger, den lieben alle, die zwischen 1976 und 1989 rebellisch, kritisch, selberdenkend waren und eine andere DDR wollten. Andreas Dresen hat ihn nun auch dem Westen unsterblich gemacht!]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Es gibt einen Sänger, den lieben alle diejenigen, die zwischen 1976 und 1989 herum rebellisch, kritisch, selberdenkend waren und eine andere DDR wollten, keinen Westen,  und es lieben ihn all diejenigen, die ab  1989 dann begriffen, dass der Westen sie um die Früchte ihrer systemkritischen Arbeit betrogen hat, denn statt einer besseren Arbeiterrepublik mit mehr Demokratie, hatten sie mittels Besetzung, eine Gelddiktatur mit weniger Demokratie aus ihrem Land gemacht. </strong></p>
<p>Arbeiter wie Gundermann wurden als erste an die frische Luft gesetzt. Die tausendfach-vielfältigen Berufe im Arbeiterbereich wurden im Westen einfach abgeschafft und nach 20 Jahren Schicht im Schacht standen Gundermann und Zehntausende anderer DDR-Arbeiter nun als Ungelernte da.</p>
<p><strong>Zehntausende in Konzerte</strong></p>
<p>Die Menschen, denen das auch passiert ist, die diese Hoffnungen auch hatten und ebenso enttäuscht waren, all diese Menschen lieben Gerhard Gundermann, und das auch posthum, denn sie lieben ihn so sehr, dass sie auch noch zu Zehnttausenden in seine Konzerte gehen, obgleich er ihnen schon 1998 überraschend wegstarb.</p>
<p>Er spricht ihnen aus der Seele, drückt ihr Lebensgefühl aus, schafft es, ihre eigenen Gefühle auf besonders poetisch-originelle Weise in Liedern auszudrücken. Und das alles passiert, während nur besonders eingeweihte Wessis überhaupt seinen Namen kennen.</p>
<p><strong>Begeisterung auf Wessis übertragen</strong></p>
<p>Nun hat Dresen einen Film über ihn gedreht, einer derjenigen, der seine Begeisterung für diesen DDR-Liedermacher schon sehr früh auch auf befreundete Wessis übertragen konnte, zb. auf Axel Prahl, der nicht nur selbst auf dem 60. Geburtstagskonzert zu Ehren von Gundi, sondern nun auch im Gunderman-Film mitspielt, übrigens in einer sehr überzeugenden Rolle: Als sein Stasi-Führungsoffizier, der sich hier wie sehr oft geschehen, als eine Art gütig-akzeptierender, verständnisvoller Ersatzvater, dem vom Vater Verlassenen und vom Vater zu Unrecht lebenslang Beschuldigten aufdrängt und ihm Anerkennung und Stärke zu geben versteht. Diese ermöglicht es, dass ausgerechnet der Che-Guevara-Bewunderer, der Querdenker und Autoritäts-Kritiker, der nicht eine Spur von Oppportunismus an sich hat, sich über 7 Jahre lang hat anwerben lassen, um, wie er denkt, über Missstände zu berichten. Dabei wird er in Wahrheit selbst überwacht und als er denn aussteigt, soll sogar seine Ehe zerstört und er selbst in seiner kritischen Wirkung auf die Vor-Wende-Generation geschwächt werden.</p>
<p><strong>Dresens Angelpunkte</strong></p>
<p>Das Ringen mit seiner früheren IM-Mitarbeit, die er erfolgreich verdrängt hatte, sowie seine langjährig heimlich-traurig-spannungsgeladene Liebe zu Conny, die zunächst mit einem anderen Bandmitglied zusammen ist und erst sehr spät seine Frau wird, das sind die beiden inhaltlichen Schwerpunkte aus dem persönlichen Lebenslauf Gundermanns, die Dresen als Angelpunkte ausgewählt hat.</p>
<p><strong>Eins mit seinen Liedern</strong></p>
<p>Das mag die DDR-Fans überraschen, denn für sie ist Gundermann etwas ganz anderes: Er ist eins mit ihnen und ihren Zeiterfahrungen, von denen die meisten Wessis keinen blassen Schimmer haben. Sie fühlen sich eins mit seinen Liedern und die sind eins mit der Zeit und alles verschmilzt miteinander und um die Stasisache haben sie sich nicht groß gekümmert und die Liebesgeschichte ist ihnen auch schnuppe, denn nichts ist ihnen wichtiger als seine großen Liedtitel, die für sich selbst und direkt zu ihnen persönlich zu sprechen scheinen. Die meisten der DDR-Fans können sie auswendig: <em>„Immer wieder wächst das Gras…“, „Alle oder keiner!““Engel über dem Revier“, „Hier bin ich geboren“</em></p>
<p><strong>Poet, Clown, nicht ohne seinen Schaufelbagger</strong></p>
<p>Für sie ist es so, und auch das zeigt Dresen in seinem Film: Gundermann ist nicht tot, er lebt, er ist ein Baggerfahrer, der Lieder schreibt, ein Poet, Clown und Che-Guevara-Kommunist, einer, der Ideale hat und sie konsequent lebt, der als erstes einen Funktionär auf seiner Baustelle fragt, warum er mit dickem Westschlitten daher kommt, der gegen Bonzen und deren Privilegien war, der träumt und hofft und liebt und kämpft. Er ist einer, der nicht leben konnte ohne seinen 24 Meter hohen Schaufelbagger, und der nach 1989 entlassen wurde, wie sie.  So wie Zehntausende, wie Millionen, die gedemütigt wurden für einen ganzen Staat, die sich trotz hochqualifizierter Berufe, auf dem Arbeitsamt als Ungelernte wiederfanden und sich mühevoll in einen Staat integrieren mussten, den sie nie gewollt hatten.  Gundi begann nach seiner Entlassung noch eine Tischlerlehre, aber die Arbeitsbedingungen waren ihm unerträglich.</p>
<p><strong>Auch von Wessis wahrgenommen?</strong></p>
<p>Interessant wäre, ob der so ganz anders, als seine Fans erwartete Dresen-Film: GUNDERMANN, es schaffen könnte, dass dieses Ausnahmetalent auch von Wessis wahrgenommen würde, ob es also seine Lieder, der Bericht über sein Leben, seine Arbeit, seine Kinderliebe, seine Tierliebe, seine Poesie und sein Ringen mit seiner IM-Vergangenheit, es schaffen könnten, auch über seine Zeit hinaus ins Heute zu wirken. Deshalb vielleicht hat Dresen darauf verzichtet, den Film mit Fotos von 89er-Demos anzureichern, und ihn nur als einen, in seiner Zeit Verhafteten zu schildern. Politisch hält sich der Film stark zurück, wirkt nur indirekt,  indem er die besondere Art der Selbst-outenden Enthüllung seiner IM-Tätigkeit zu einem Angelpunkt und roten Faden seines Films macht, und auch die Szene hineinnimmt, wo er, statt einer Entschuldigung sagt, er könne es sich selbst nicht verzeihen und dazu diese Worte: „Ich sehe mich nicht als Opfer und auch nicht als Täter. Ich habe mich mit der DDR eingelassen – mit wem sonst? – und ich habe ausgeteilt und eingesteckt. Und ich habe gelernt. Deswegen bin ich auf der Welt.“</p>
<p><strong>Als Arbeiter seinen Staat verbessern?</strong></p>
<p>Hier erleben Wessis wie Ossis einen anderen IM, als den, den ihnen die Westpresse seit zwei Jahrzehnten vorführt, der nichts als ein gemeiner Spitzel ohne Skrupel ist. Hier erleben sie einen, der als Arbeiter versucht hat, seinen Staat zu verbessern, wie es in dem schönen Lied der vergessenen Nationalhymne heißt: „ …dies Land beschirmen und verbessern wir“, der sich als Arbeiter von der DDR geschützt gefühlt hat, vor dem Raubtierkapitalismus, der dann nach 1990 über das Land hereingebrochen ist und die Arbeit von so vielen zerstört hat.</p>
<p><strong>Gegen den Schmerz:  Politische Themen mit eigener Erfahrungswelt gemischt</strong></p>
<p>Wird der Film GUNDERMANN vielleicht einigen Wessis den Liedermacher, Arbeiterdichter und Kommunisten näher bringen? Man kann es hoffen. Und dann, dass der Film auch den Ossis gefällt, die seine Leben als Teil ihres eigenen Lebens sehen. Wird es sie nicht langweilen, dass hier so viel von Liebe und IM-Tätigkeit die Rede ist?</p>
<p>Ich glaube nicht, denn der Film ist vielschichtig und überraschend und sowas ist immer gut. Er zeigt, welche ungewöhnliche Persönlichkeit Gerhard Gundermann war, wie faszinierend seine oft von einem melancholischen Unterton geprägten Lieder waren und immer noch sind, und wie seine sehr persönliche Auseinandersetzung mit Themen, wie Leben, Tod und Sterben, seine politischen, umweltspezifischen und sozialen Inhalte, untermalt mit eigener Erfahrungswelt im beruflichen und privaten Alltag, wie so etwas die Menschen begeistert. So sehr, dass man ihn einfach lieben muss. Es gibt so Menschen, die liebt man einfach, denn sie tragen ihre Gefühle unmittelbar auf der Zunge und in den Augen und eigentlich ist jeder so, aber die meisten verbergen es unter „dicken Panzern“, die sie sich angewöhnt haben „gegen den Schmerz“.</p>
<p><strong>Unbedingt anschauen und dazu auch den Dokufilm von 1999: „Ende der Eisenzeit“ von Richard Engel, zu bestellen bei Buschfunk. Gerhard Gundermann: Ein großer Künstler und</strong> <strong>ein ungewöhnlicher Mensch! </strong></p>
<p>Fim <a href="https://www.gundermann-derfilm.de/">hier</a></p>
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		<title>Neue Filme</title>
		<link>https://anjaroehl.de/neue-filme/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Anja Röhl]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 27 Mar 2017 21:46:11 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Filmrezensionen]]></category>
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					<description><![CDATA[Kurzrezensionen herausragender Filme 2017: Männer- und Frauenfilme]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Männer und Frauenfilme</strong></p>
<p>In <strong>„Was Männer sonst nicht zeigen</strong>“ werden finnische Männer, die auf ihren Arbeitsstellen beim saunern gefilmt, das findet in Finnland selbst in umgebauten Wohnwagen mitten im Wald statt, Köhler, Holz- und Stahlarbeiter unterbrechen ihre Tätigkeit und gehen in den kleinsten und unmöglichsten Kojen saunern und bei dieser Tätigkeit hat der Autor sie gefilmt und interviewt. Erstaunliches kommt dabei heraus, sie verlieren mit ihrer Kleidung völlig die Fesseln ihrer Rolle, ihrer Zwänge, ihrer Klassen, sie zeigen ihr bloßes Menschsein, gleichsam zurückversetzt in eine Art Kindlichkeit, als gäbe es noch keine Kleider, schildern sie Erlebnisse ihres Lebens. Und während ihnen die Schweißperlen über die unterschiedlich geformten Körper strömen, sie gleichsam weich werden und ins Fließen kommen, beginnen sie nun auch zu sprechen, und vor allem zu weinen, und werden als weiche, einsame, problematische, liebenswerte Menschen wie ich und du sichtbar. Am Ende geht die Kamera dann noch einmal über alle Mitwirkenden hinweg. Nun sind sie wieder angezogen, man&nbsp; sieht sie in die Anzüge ihrer Klassen gequetscht, mit den Gesichtern, die ihnen ihre jeweilige Rolle seit Jahrzehnten aufmarkiert hat, aber nun singen sie etwas: &nbsp;Ein Lied von einem Eichhörnchen, das ein Nest sucht: Haben davon nicht vorher alle erzählt, von der Suche nach Geborgenheit, Familie, Liebe und Wärme. Kam das nicht überall, bei allen heraus? Da waren zB die zwei Obdachlosen, sie erzählten ihr ganzes gescheitertes Leben, reflektierten es, beschrieben ihre Schicksalsschläge, sehnten sich da heraus, man gewann sie lieb dabei. Dann zogen sie sich an, erst da merkte man, dass es sich um Obdachlose handelte. Noch nie habe ich so die männliche Nacktheit im Film gesehen, nur den Mensch zeigend, den weichen Mensch, voller Wünsche, ob Soldat, Bettler oder Bärenbändiger, Sehnsüchte, Liebe, frei von jeder Erotik.</p>
<p>In dem Film <strong>„Zwischen den Jahren“</strong> wird geschildert, wie ein Mann, der aus dem Knast kommt, (sehr einfühlsam gespielt von Peter Kurth), als Wachmann ein neues Leben beginnen will, woran ihn aber einer hindert, und das ist der Mann, dem er vor Jahren Frau und Tochter totgeschlagen hat. Nun scheinen die Rollen vertauscht, der Verfolgte scheint der, der ins bürgerliche Leben zurückstrebt, gut sein will, sich bessern möchte, und sein Verfolger ist der Durchgeknallte, der Verrückte, der ihn mit stetig wachsender krimineller Energie verfolgt, bis es zum Unglück kommt. Ein Film über die Unmöglichkeit damit klar zu kommen, einen Menschen getötet zu haben. Ein düsterer trauriger Film über die Abgründe von Schuld, die man nicht mehr los wird.</p>
<p>In <strong>„Salisman“</strong> geht es um Gewalt gegen Frauen im Iran. Die käufliche Liebe ist das höchste Stadium sexueller Unterdrückung, ein Mensch wird zum Ding degradiert, mit dem andere machen können, was ihnen beliebt, ohne Rücksicht zu nehmen. Ein für Geld gemieteter lebendiger Sklave, der seine Menschlichkeit für diese Zeit der Benutzung verliert. Die starke Verdeckung aller die Frau ausmachenden Äußerlichkeiten mit dem Argument der angeblichen Aufreizung der Männer führt zur Tabuisierung, Verteufelung und Unterdrückung der schönsten sexuellen Gefühle der Menschen und damit zur Vermischung von Gewalt und Sex. Dies wird an einem Beispiel sichtbar gemacht, das ein Irrtum ist. &nbsp;Ein Paar mietet unwissentlich eine Wohnung, die früher einer Prostituierten gehört hat, ein ehemaliger Kunde verwechselt die bürgerliche Ehefrau mit der Vormieterin, die daraufhin in schwerem Maße angsttraumatisiert ist. Ihr Ehemann macht sich auf die Suche nach dem Täter, dieser entpuppt sich als ein armseliger Jedermann, von dem niemand annähme, dass er überhaupt zu Prostituierten gehen würde.&nbsp; In diesem Drama werden viele Facetten dieses Themas glaubwürdig dargeboten, es ist ein sozialpolitisch großer Wurf, obgleich doch nur ein privates Drama gezeigt wird, ausgelöst durch einen Irrtum. Wie die Frau an Selbstwert, an Kraft, an auch öffentlicher Achtung verliert, allein durch ihre, doch völlig unschuldige Rolle, wie der Ehemann, ein fortschrittlich-aufgeklärter und reflektierter Mann, Schauspieler und Regisseur kritischen Theaters, plötzlich in sich Racheimpulse fühlt, die ebenso die Frau zu etwas machen, was sie nicht ist und nicht sein will: Nämlich sein Eigentum. Wie der Mann, der Täter, strukturiert ist, angepasst, bieder, ängstlich, scheu, alt, gebrechlich, völlig unpassend zu der Angst, die die Frau vor ihm entwickelt hat, der aber doch genau das durch seine Handlung, sich selbst durch den eine Frau benutzenden Akt, auslösen wollte. Tief psychologisch wirkender Film über das gesellschaftliche Verhältnis zwischen Mann und Frau, das fälschlicherweise oft biologisch gedeutet wird.</p>
<p>Ein weiterer iranischer Film ist: <strong>„Nur wir drei gemeinsam“.</strong> In Rückschau erzählt hier der in Paris lebende Regisseur, vom Leben seiner Eltern erst als Revolutionäre gegen den Schah, ( 60er Jahre), dann als illegale Kämpfer gegen die Khomeni-Diktatur und endlich deren abenteuerliche Flucht mit dem Einjährigen über die Berge und etliche grünen Grenzen nach Paris. Dort wird der Vater, dem hier ein wunderschönes Denkmal gesetzt wird, zum Sozialarbeiter in einem der Brennpunktbezirke und beweist durch eine engagierte Sozialarbeit, die auf Selbstwert und basisdemokratischer Gestaltung aufgebaut ist, dass Sozialarbeit gesellschaftlich verknöcherte Strukturen aufbrechen kann.&nbsp; Der Regisseur hat den Film seinen Eltern gewidmet, die sich durch ihr ganzes Leben ihrer Sache, dem Leben der Menschen und ihrem Kind gegenüber, den sie niemals zurückgelassen, immer mitgenommen haben, solidarisch erwiesen haben.</p>
<p><strong>„Der junge Marx“</strong> macht neugierig auf ein Frühwerk, das Hoffnung unter die Menschen gebracht und die aus dem Christentum herrührenden Utopien ideologisch überwunden hat, zeigt, dass wir heute noch immer dieselben brennenden Probleme haben und das wir sie nur in Solidarität und im Kampf gegen die Gesetze des Kapitals überwinden können. Dazu zeigt es die inspirierende Kraft enger Freundschaft und gemeinsamer politischer Arbeit, diese sowohl zwischen Marx und Engels, als auch zwischen Engels und seiner irischen Fabrikarbeiterin-Liebsten, sowie Marx und seiner aus gutem Hause stammenden Jenny. Wem das zu privatim ist, der darf nicht in diesen Film gehen, der recht konventionell und populär-emotional gedreht ist, jedoch keinerlei Diskriminierung des Marxismus enthält, ganz im Gegenteil neugierig auf dessen Gedankengebäude macht. Das ist schon sehr viel, in einer Zeit, wo die DDRler noch Jahrzehnte nach dem Ende ihres Staates als aus dem „Unrechtsregime“ kommend gebrandmarkt werden. Der Film zeigt die Phase des frühen Marx bis zur Abfassung des Kommunistischen Manifests. Danach sollte man in den philosophischen Manuskripten und in den vielen Schriften lesen, die die beiden Vordenker zusammen herausgegeben haben, es lohnt sich.</p>
<p>In <strong>„Kundschafter des Friedens“</strong> wird die Würde von Menschen, die aus dem „Unrechtsregime DDR“ stammen, ein wenig wiederhergestellt, drei große Schauspieler lehren die Westler Mores, ein Film mit sehr viel Komik und Selbstironie!</p>
<p>Der italienische Film<strong> „Die Überglücklichen“</strong> handelt von zwei Frauen, die in einem reformpsychiatrischen Projekt leben und eines Tages von dort ausbrechen. Es werden die Hintergründe ihrer Seltsamkeiten, einer Manie und anderer psychiatrischen Auffälligkeiten humorvoll und „ressourcenorientiert“ aufs Korn genommen, so dass sich der Zuschauer in Liebe und Einfühlungsvermögen in Menschen schult, die ihm normalerweise seltsam und angsterrregend vorkommen, witzig, offen, mit Blick auf eine wundervoll gelungene Reformpsychiatrie, neben der aber die alte wegsperrende und diskriminierende Psychiatrie im heutigen Italien schon wieder aufsteht, also nie wirklich überwunden wurde.</p>
<p>Der Film: <strong>„Eine unerhörte Frau“</strong> ist ein Frauenfilm, der die Kraft einer Mutter beschreibt, sich für ihr Kind erfolgreich eingesetzt hat, als diese an einem Tumor erkrankte, den fünf Jahre lang keiner entdeckte. Sie selbst hatte in ihrer Kindheit ein Trauma erlebt, und trotzdem die Kraft gefunden, den Täter anzuzeigen, das Schlimmste daran war immer gewesen, dass ihr niemand geglaubt hatte. Als nun ihre eigene Tochter Symptome entwickelt, die alle, einschließlich einer Ärztin für simuliert halten, hält sie standhaft zu ihrer Tochter, auch wenn daran fast alle anderen Beziehungen schon zu zerbrechen drohen. Als dann entdeckt wird, dass das Kind an einem Hypophysentumor erkrankt ist, ist die Zeit abgelaufen und dieser angeblich inoperabel. Sie schafft mit viel Kraft aber nun auch noch, einen Experten zu finden, der das Kind operiert und es überlebt und gesundet. Die Geschichte der traumatisierten Mutter, die aus diesem Trauma die Ressource geschöpft hat, einfühlsam auf ihre eigene Tochter zu achten, ist gut ineinander verwebt gezeigt worden. Im Allgemeinen werden Traumata für Menschen nur als schwächend gewertet, dem widerspricht dieser Film, der einem echten Fall nachempfunden wurde.</p>
<p>Nun noch der Oskar-Film <strong>„Moonlight“,</strong> ein Film, der nur unter schwarzen Menschen spielt, und den Weg eines kleinen Jungen verfolgt, der in einem Elendsviertel bei einer alleinerziehenden Mutter aufwächst, die drogensüchtig, unstet, stimmungsschwankend und verzweifelt ist. im Gegensatz zur landläufigen Erwartung, wie so ein Kind auf solche Situation reagiert, ist dieses Kind sensibel, weich und schwach, es ist auch ruhig, redet keine drei Worte. Es ist eingeschüchtert und einsam. Dieses hat zur Folge, dass es die Hölle von seinen Mitschülern erlebt, er wird zum geborenen Opfer und jeder Weg durch die Straßen und in die Schule zum Spießrutenlauf. Bis er eines Tages einen Mann trifft, der sich seiner erbarmt und ihn ein wenig versteht, ab und an mit nach Hause nimmt und für ihn zu einer wichtigen Bezugsperson wird. „Mir ging es früher auch so“, sagt dieser und damit ist alles gesagt. Die weitere Entwicklung dieses Menschen wird gezeigt und wartet mit Unerwartetem auf. Ein zwar sehr amerikanisches, aber unerhört tiefgründiges psycho-soziales Drama. Wollte man starke Szenen aufzählen, man müsste den ganzen Film benennen, die schauspielerische Leistung der Protagonisten ist einzigartig, das Geschick des Regisseurs, über krank machende Verhältnisse aufzuklären ebenfalls. Unbedingt empfehlenswert! Auch ein Film, der über die gesellschaftliche Entstehung der Rolle und Bedeutung des angeblich&nbsp; „Männlichen“ aufklärt, und wie sich dies heute wieder mehr und mehr zum Soldatischen hin entwickelt.</p>
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		<title>Ich, Daniel Blake   &#8211;    Filmrezension</title>
		<link>https://anjaroehl.de/daniel-blake-filmrezension/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Anja Röhl]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 12 Jan 2017 13:53:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Filmrezensionen]]></category>
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					<description><![CDATA[Rezension über ein einzigartiges Meisterwerk engagierter Filmkunst - Ken Loach: Ich, Daniel Blake]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Dieser Film von Ken Loach ist ein großes Meisterwerk, man könnte es auf die Bühne bringen, es besticht durch die Echtheit seiner Dialoge, seiner Personen, die &#8222;wie aus dem Leben gegriffen&#8220; sind, dabei aber doch literarisch volle Kunstfiguren bleiben, die ein scharfer gesellschaftlicher Analytiker nach Exemplarizität gestaltet und ausgewählt hat.</strong></p>
<p>Er hat kein Liebespaar gewählt, nein, ein zufällig sich treffendes Ersatzvater-Tochter-Paar, wollte Solidarität, Freundschaft zeigen, nicht mit Liebe vermischen. Der Film frappiert durch die Persönlichkeiten seiner Hauptfiguren, die wunderbar passend ausgewählt wurden, dann durch die Stimmigkeit auch noch der kleinsten Einzelheiten, Ähnlichkeiten mit den Filmen der Dardenne-Brüder, der englischen Sozialkomödien, obgleich dies keine Komödie, sondern eine moderne Tragödie ist. Dazu wird Arbeit gezeigt, wie sie sich heute zeigt, proletarische. Und Maschinenmenschen, die der moderne Kapitalismus hervorbringt, durch Angst und Übertechnissierung.</p>
<p><strong>Inhalt:</strong></p>
<p>Ein älterer Mann aus dem Baugewerbe erkrankt am Herzinfarkt und seine Ärztin erlaubt ihm noch nicht wieder zu arbeiten. Um Sozialhilfe zu bekommen, muss er als Arbeitssuchender abgelehnt worden sein, dazu muss er sich aber erstmal als solcher melden, daraus entsteht ein Teufelskreis. Parallel wird eine junge Frau, alleinerziehend gezeigt, die sich um 3 Minuten verspätet und dadurch den ganzen Monat gesperrt wird, bedeutet: Kein Geld um die Miete zu bezahlen, hungern, damit die Kinder zu essen bekommen. Deutlich wird: Die Bürokratie der Ämter führt einen Krieg gegen die eigene Bevölkerung, bei der sie um jeden Pfennig feilscht, während sie der Industrie und den Großkonzernen Milliarden hinterherwirft.  Diese Themen werden aber keineswegs plakativ, verallgemeinernd oder grob dargeboten, nein, der Film hat eine leise Sprache, überzeugt durch Kleinigkeiten, ein Blick, ein Gesichtsausdruck, die Art, wie Daniel es schafft, den kleinen Sohn Dylan mit seinen Mobiles zu begeistern, und die Widerstandsaktion. Eines Tages rennt Daniel Blake vor das Arbeitsamt und schreibt in riesigen Buchtstaben seine Forderungen an die Hauswand. Jubeln, Spontanbegeisterung, Menschen könnten es schaffen, wenn sie zusammenhalten würden.</p>
<p><strong>Täglich Zehntausende</strong></p>
<p>Man sollte ihn auf Breitleinwänden in den Armenvierteln zeigen, denn er macht trotz seines traurigen Inhalts Hoffnung: Da versteht einer das System, einer, der es sieht, wie es täglich Zehntausende erleben. Krieg. Das ist der Grund, aus dem heraus Rechtsradikalität und Amokläufertum wachsen. Dort sind die Brutstätten, wo das gezüchtet wird. Obgleich auch die Linken bei den Gedemütigten eine Chance hätten. Dazu müssen sie aber auch Augen und Ohren aufsperren, dürfen sie nicht zulabern, müssen sich an jene wenden, die hier zermahlen werden, zu ihnen hingehen, wie es der Regisseur gemacht hat, ihre Sprache sprechen lernen, ihre Forderungen unterstützen, in ihren Schuhen laufen, wie ein altes Indianersprichwort sagt.</p>
<p>Unbedingt <a href="http://www.kino.de/film/i-daniel-blake/">anschauen!</a></p>
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		<title>Nie gab es soviele Sklaven wie heute</title>
		<link>https://anjaroehl.de/nie-gab-es-soviele-sklaven-wie-heute/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Anja Röhl]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 06 Dec 2016 13:48:45 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Filmrezensionen]]></category>
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					<description><![CDATA[Sklavenarbeit in Deutschland? Wer es nicht glaubt, muss diese ARD-Doku sehen! Erschreckend!]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>&#8222;Nie gab es in der Geschichte der Menschheit so viele Sklaven wie heute&#8220;, das sagt eine Rechtsanwältin in diesem Film, wer das nicht glauben will, muss sich diese <a href="_wp_link_placeholder" data-wplink-edit="true">Dokumentation</a>  ansehen!</strong></p>
<p>Unsere Welt, demokratisch? Unsere Gesellschaft, frei, gerecht? Das sind die Sprüche, die die Bessergestellten klopfen, Gesetze, frei und europäisch verabschiedet, in sauberen Hallen, machen es möglich. Das ist die neue Weltordnung, die ab 1991 als Ende der Geschichte gepriesen wird. Unsere Kin<span class="text_exposed_show">der wachsen in Einstellungen von Unsolidarität hinein, lernen heute schon wieder, dass Kampf gegen den anderen und Ausbeutung von Menschen die einzige Art des Vorwärtskommens und menschlichen Zusammenlebens ist. Einst sagten wir: Niemand soll nachher sagen, er hätte es nicht gewusst. Das trieb uns an, über die 2 Millionen Vietnam-Zivilisten zu sprechen, die bis 1970 in Namen der USA und der westlichen Welt ermordet wurden, ohne dass es irgendeinen der Offiziellen interessierte. Das treibt mich auch heute noch an, schaut diesen Film solange er noch in der Mediathek ist!</span></p>
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		<title>24 Wochen   &#8211;   Rezension</title>
		<link>https://anjaroehl.de/24-wochen-rezension/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Anja Röhl]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 24 Oct 2016 06:45:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Filmrezensionen]]></category>
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					<description><![CDATA[Der Film "24 Wochen" ist ein Film, der die Gewissensqualen eines Paares zeigt, das ein behindertes Kind erwartet. Ein Propagandafilm für die intrauterine Kindstötung?]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Der Film &#8222;24 Wochen&#8220; ist ein Film, der in langen sentimentalen Sequenzen die Gewissensqualen eines Paares zeigt, das ein behindertes Kind erwartet. Ist es ein Propagandafilm für die intrauterine Kindstötung?</strong></p>
<p>Klar, wollen sie sich, da sie modern sind, „drauf einlassen“, bekommen viele Infos vom Ramba Zamba Theater, von Behinderten-Beratungsstellen, die Bekannten machen gute Miene zum bösen Spiel, alles geht seinen Gang, bis die Frau im siebten Monat ist und nun erfährt, dass das Kind noch dazu mehrere lebensbedrohliche Herzfehler hat. Da lässt dann die Kraft nach, der todesmutig gefasste Entschluss zum Bekommen des Babys, der vorher schon auf wackligen Füßen stand, kracht ein und sie entschließen sich doch dazu, das Kind nicht zu bekommen. Mutig, denkt man, richtig, denkt man, dem Kind Leiden erspart. Also: Die Pränatalmedizin hat ihre Berechtigung.</p>
<p><strong>Die Sache dauert lange, man erlebt auch das mit</strong></p>
<p>Doch wie läuft eine sogenannte „Spätabtreibung“ ab? Die Propagandisten der intrauterinen Kindstötung lassen auch das nicht aus, bis ins Einzelne begleiten sie die Sache. Zuerst wird die Geburt künstlich eingeleitet (dies muss, da noch keine Wehen da sind, mit enormen Mengen von Chemie geschehen, da der Körper das Kind in dieser späten Phase der Schwangerschaft absolut nicht hergeben will) die Schmerzen dabei sind stark, die Sache dauert lange, man erlebt auch das mit.</p>
<p><strong>Keine andere Chance?</strong></p>
<p>Dann wird das Kind mit einer Kanüle, die von außen durch die Bauchwand in den Schädel des Babys gestoßen wird, gewaltsam getötet. Anschließend muss die Frau das tote Baby gebären.  Alles das wird gezeigt und trotzdem bleibt der Zuschauer dabei, diese Mutter mutig zu finden, eventuell sagt er sich, dass man dann doch lieber früher einen Abbruch durchführen lässt. Tatsache ist, niemand hat nach dem Film noch die leiseste Chance auf eine andere Meinung als die im Film propagierte. Denn was, fragt man sich, wäre dem Kind geblieben, nicht nur die Qualen seiner Behinderung, auch noch die der mehrmaligen OPs am offenen Herzen hätte es aushalten müssen, dann schon lieber tot, ermordet im Bauch der Mutter. Außerhalb des Bauches ein Kind zu ermorden wäre strafbar, deshalb kamen die Ärzte auf diesen klugen Einfall es durch den schwangeren Bauch hindurch zu tun. Wie es der Mutter dabei geht, eingewilligt zu haben, ihr Kind lebendigen Leibes in ihrem eigenen Bauch umbringen zu lassen, wird nicht mehr gezeigt. Auch nicht, wie das Kind, das schon Schmerzempfinden und Abwehrbewegungen hat, gelitten hat, was die Mutter ja gespürt haben muss.</p>
<p><strong>Um nicht in die Hände der Herzoperateure zu geraten?</strong></p>
<p>Merkwürdig ist aber, dass man sich keinen Film denken könnte, in dem es um nichtbehinderte herzkranke Kinder geht, ich möchte mir nicht vorstellen, was wohl die Lobby der Herzspezialisten dazu sagen würde, wenn neuerdings propagiert würde, jedes herzkranke Frühchen lieber noch im Bauch der Mutter umzubringen, um es nicht in die Hände der Herzoperateure geraten zu lassen.  Meines Erachtens also ein Propagandafilm für die intrauterine Kindstötung.</p>
<p><strong>Das Kind leben lassen?</strong></p>
<p>Man kann durchaus auch anders. Vor etwa 10 Jahren gab es einen Film: Mein kleines Kind, es zeigte die schweren Entscheidungskämpfe einer Frau, die sich zum Gegenteil entschloss, nämlich, ihr Kind leben zu lassen. Dies, obgleich es eine so schwere Behinderung haben würde, dass es nicht lebensfähig sei.  Angeraten wurde ihr natürlich die Lösung aus dem Film 24 Wochen: „Spätabtreibung“ , mit Kindstötung und anschließend künstlicher Geburtseinleitung, alternativ hieß es, das Kind müsse auf die Intensivstation und am Herzen, an den Nieren, an Lunge und Verdauungssystem sofort operiert werden, Überlebenschance fast keine. Sie erkundigte sich, ob ihr Kind schon im Bauch leiden würde, erfuhr, dass es ihm dort gut ginge und entschied sich, das Kind im Beisein einer Kinderärztin, einer Hebamme und ihrer ganzen Familie per Hausgeburt zu bekommen, dann einige Stunden mit dem Kind zu verleben und es dann auf ihrem eigenen Bauch in Frieden in den Tot zu begleiten, es jedenfalls nicht der Intensivmedizin zu überlassen.</p>
<p><strong>Dem Kind kein Leid getan</strong></p>
<p>Da sie dieses Geschehen dokumentarisch begleitete, kann man sich überzeugen, dass hier dem Kind kein Leid angetan wurde, es liegt nach der Geburt auf dem Bauch der Mutter, es wird von der Kinderärztin mit Sauerstoff versorgt, es liegt friedlich und schläft, von der Mutter umarmt. Weder wird ihm etwas Gewaltsames angetan, noch wird es allein gelassen. Sterbebegleitung ist eine Alternative zur Euthanasie.</p>
<p><strong>Zweifelnden Frauen die Skrupel nehmen</strong></p>
<p>Euthanasie hingegen ist das, was in &#8222;24 Wochen&#8220; gezeigt wird, nur wird es anders genannt: Spätabtreibung. Es machen schon viele, doch viele Mütter leiden im Nachhinein, es wird ihnen bewusst, dass sie etwas getan haben, was sie sich nicht verzeihen können. Soll dieser Film zweifelnden Frauen die letzten Skrupel nehmen? Da er keine Alternativen zeigt, ist das unweigerlich das Ergebnis.</p>
<p>Als Alternative und zur Info: <a href="http://www.meinkleineskind.de/film.html">Mein kleines Kind</a></p>
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		<title>Der Perlmuttknopf  &#8211;  Filmrezension</title>
		<link>https://anjaroehl.de/der-perlmuttknopf-filmrezension/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Anja Röhl]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 26 Jan 2016 19:50:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Filmrezensionen]]></category>
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					<description><![CDATA[2015 bei der Berlinale erhielt der Film: „Der Perlmuttknopf“ den silbernen Bären für das beste Drehbuch. - Ein poetischer, ruhiger Film, dabei doch auch mit politischer Botschaft]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Der chilenische Regisseur Patricio Guzmán, in den 1970er Jahren berühmt geworden mit seiner Trilogie „Die Schlacht um Chile“, erhielt 2015 bei der Berlinale für „Der Perlmuttknopf“ den silbernen Bären für das beste Drehbuch. Der Film läuft jetzt in den Kinos. Es ist ein poetischer, ruhiger Film, der den Menschen mit dem Kosmos, dem Wasser, seinen Ursprüngen verbindet und dabei doch ein politischer Film bleibt.</strong></p>
<p>Zu Beginn: ein heller Quarzblock, in dem ein 3000 Jahre alter Wassertropfen eingeschlossen ist. Aus dem Off berichtet ein Erzähler, seit er die Sterne erforscht habe, begreife er, welche bedeutende Rolle das Wasser auf der Erde spielt. Es folgen Interviews. Da wird einer der letzten 23 Überlebenden des ausgerotteten Volkes der Patagonier vorgestellt, die einst an der Südküste Chiles, in einem unwegsamen Felseninselgewirr lebten. Martin C. Calderon beschreibt, wie er als Zwölfjähriger allein in einem selbstgebauten Paddelboot Kap Horn umschiffte. 10.000 Jahre lebten die Patagonier als Seenomaden in enger Tuchfühlung mit dem Meer, zogen von Insel zu Insel. Weitere ältere Überlebende werden vorgestellt, man lauscht ihrer ausgestorbenen Sprache.</p>
<p><strong>Vertreibung und Ausrottung</strong></p>
<p>Dazu Bilder und Fotos der mit den ersten weißen Siedlern um 1880 beginnenden Vertreibung und Ausrottung. Die Entwicklung wird in den alten Stichen der ersten Begegnungen, dann den frühen Fotos und späteren Filmausschnitten gut eingefangen. Sind die Gesichter der Indigenen zu Beginn noch klar, gut genährt, wach, so sind sie zunehmend von Verelendung, Krankheit, psychischem und körperlichem Verfall gezeichnet. Am Ende der Satz, den Weißen seien sie schließlich wie Monster erschienen.</p>
<p><strong>Für einen Knopf verkauft</strong></p>
<p>Einer der Ureinwohner wurde einstmals an einen Seemann „verkauft“, für einen Knopf, so dass man ihn Jimmy Button taufte. Dieser Jimmy, erzählt die Stimme aus dem Off, machte durch die Reise in die „Zivilisation“ eine tausendjährige Zeitreise in die Zukunft durch, und als man ihn nur ein Jahr später wieder zurück auf seine Inseln brachte, war er ein anderer Mensch geworden, seine Identität gewann er nie mehr zurück.</p>
<p><strong>Heute nur noch 23 Nachkommen</strong></p>
<p>Erst Allende gab den Feuerländern ihr Land und ihre Würde zurück, eine große Befreiungsbewegung überspülte das Land. Doch das durfte nicht zugelassen werden, finanziert von US-Kapital bombte und mordete sich eine brutale Diktatur an die Macht und vollendete den Völkermord derart, dass heute nur noch 23 Nachkommen indigener Patagonier leben.</p>
<p><strong>1400 Menschen im Meer versenkt</strong></p>
<p>Und ein zweites Mal taucht im Rahmen der Geschichte, die Guzmán über sein Land erzählt, ein Knopf auf: Filmaufnahmen zeigen, wie Taucher in Chile beginnen, nach den Verschwundenen der Pinochet-Diktatur im Meer zu suchen. Mindestens 1400 Menschen wurden systematisch im Meer versenkt. Guzmán lässt das Verfahren mit einer Puppe nachstellen. Den Leichen wurden Eisenträger auf die Brust geschnallt, bevor sie – mehrfach einwickelt – von Hubschraubern aus ins Meer abgeworfen wurden. Dieses Vorgehen kam zufällig ans Licht, als eine Frau angeschwemmt wurde, deren Korpus sich offenbar von diesem Eisenträger gelöst hatte. Ein Rechtsanwalt erzählt, man habe eruiert, dass sie offenbar noch lebte, als die Täter sie schon im Helikopter hatte, sie war dann erwürgt worden, und in aller Eile misslang offenbar die Verbindung des schweren Eisenträgers mit der Leiche. Nach dem Fund wurde der Meeresboden nach Eisenträgern abgesucht. Und man fand viele von ihnen: von Muscheln überzogen, mit dicken Rostkrusten. Taucher holen die Träger, die einzigen Zeugen der Verschwundenen, aus dem Meer. An einem der Eisenträger ist ein Knopf eingekrustet, er hat sich vom Hemd des Opfers gelöst und mit dem Muschelkalk auf dem Eisen verbunden.</p>
<p><strong>Werden immer die Stärkeren siegen?</strong></p>
<p>Beide Knöpfe stehen für Unrecht. „Werden immer die Stärkeren siegen?“ fragt die Stimme aus dem Off. Guzmán begehrt mit seinem Film dagegen auf. Ein kluger, ein traurig-ermutigender Film über die Geschichte Chiles, wie man sie bisher noch nie gesehen hat.</p>
<p align="right"><em> </em></p>
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