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	<title>Günter Herburger &#8211; Anja Röhl</title>
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	<title>Günter Herburger &#8211; Anja Röhl</title>
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	<item>
		<title>Günter Herburger  &#8211;  Zum 90. Geburtstag</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Anja Röhl]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 21 Apr 2022 11:52:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Günter Herburger]]></category>
		<category><![CDATA[Dichter]]></category>
		<category><![CDATA[Herburger]]></category>
		<category><![CDATA[Marathonläufer]]></category>
		<category><![CDATA[Phantast]]></category>
		<category><![CDATA[Vielschreiber]]></category>
		<category><![CDATA[Zukunftsmahner]]></category>
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					<description><![CDATA[Würdigungen des Schriftstellers Günter Herburger zum 90. Geburtstag am 6.4.2022 und Texte von Freunden]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Der in <em>Isny</em> geborene Autor <em>Günter Herburger</em> veröffentlichte zahlreiche Romane, Erzählungen, Gedichtbände, Hörspiele und Filmdrehbücher. Er starb am 3. Mai 2018. Im April 2022 hätte er seinen 90. Geburtstag gehabt. Aus aktuellem Anlass gab es eine sehr ergreifende Gedenk-Veranstaltung zu Günter Herburger in Urspring, ein unbekannter Brief seiner Mutter aus dem Nachlass mit Bezug zum Internat Urspring wurde vorgelesen, Referate zu seinem Werk und Wirken wurden gehalten. Eine rundum gelungene Veranstaltung. Auch eine Gedenkstätte ist in Planung.</p>



<p>Er kam aus Isny, liebte Isny und ist in Isny begraben worden. Zeitlebens war er aber auch immer ein heftiger Kritiker Isnys. Auf der Seite &#8222;Literatur in Isny&#8220; wird auf ihn hingewiesen:</p>



<p><a href="https://www.isny.de/kultur-kunst/kultur-erleben/literatur/">hier</a></p>



<p>Einen schönen Text gibt es hier: &#8222;Es gibt Helden, es gibt Superhelden – und dann gibt es noch »Birne«<br>Über die phantastischen Kinderromane Günter Herburgers&#8220;: </p>



<p><a href="Beitrag: http://www.scifinet.org/scifinetboard/index.php/blog/129/entry-8760-es-gibt-helden-es-gibt-superhelden-%E2%80%93-und-dann-gibt-es-noch-%C2%BBbirne%C2%AB-teil-1-38/">hier </a></p>



<p></p>



<p><strong>Im Folgenden nur eine kleine Auswahl an Nachrufen, Erinnerungen und Texten zu Günter Herburger:</strong></p>



<ol class="wp-block-list"><li>Aus einem Erinnerungsbuch an Günter Herburger von Sigi Späth: </li></ol>



<p><a href="ttps://books.google.de/books?id=V6f_DwAAQBAJ&amp;pg=PA117&amp;lpg=PA117&amp;dq=Zitate+von+Günter+Herburger&amp;source=bl&amp;ots=XmTQOoQQk7&amp;sig=ACfU3U244JB9ahElESF4HpEih_eRmNMf5Q&amp;hl=de&amp;sa=X&amp;ved=2ahUKEwimyY3hvqT3AhUnQ_EDHQVCCsUQ6AF6BAgkEAM#v=onepage&amp;q=Zitate von Günter Herburger&amp;f=false">hier</a></p>



<p>2. Einen Zeitungsartikel zum 90. Geburtstag finden Sie:</p>



<p><a href="https://www.schwaebische.de/landkreis/landkreis-ravensburg/isny_artikel,-erinnerungen-an-guenter-herburger-_arid,11492435.html">hier</a></p>



<p>3. Einen Nachruf auf Günter Herburger aus der Bayrischen Akademie der schönen Künste, von Michael Krüger finden Sie: </p>



<p><a href="https://www.badsk.de/aktuelles/nachruf/nachruf-auf-g%C3%BCnter-herburger">hier</a></p>



<p>4. Einen Nachruf unter dem Titel: &#8222;Er liebte die Extreme&#8220; finden sie</p>



<p><a href="https://titel-kulturmagazin.net/2018/05/08/menschen-zum-tode-des-schriftstellers-guenter-herburger/">hier</a></p>



<p>5. Nachruf von Anja Röhl finden Sie </p>



<p><a href="https://www.jungewelt.de/loginFailed.php?ref=/artikel/331991.wildnis-singend.html">Hier</a></p>



<p>Zahlreiche Bücher von ihm finden sich:</p>



<p><a href="https://www.google.com/search?q=G%C3%BCnter+Herburger+B%C3%BCcher&amp;tbm=isch&amp;ved=2ahUKEwiXsPOFkKX3AhXTs6QKHdpcBPgQ2-cCegQIABAA&amp;oq=G%C3%BCnter+Herburger+B%C3%BCcher&amp;gs_lcp=CgNpbWcQAzoHCCMQ7wMQJzoFCAAQgAQ6BAgAEBg6BAgAEB5QiAhYzldg915oAnAAeACAAWWIAZkSkgEEMjYuMZgBAKABAaoBC2d3cy13aXotaW1nwAEB&amp;sclient=img&amp;ei=00lhYtf6E9PnkgXauZHADw&amp;client=firefox-b-d">hier </a></p>



<p>Beispiel für eine literaturwissenschaftliche Veröffentlichung zu Günter Herburger: <a href="https://www.buchfreund.de/de/d/e/9783927743441/kurier-zwischen-den-lagern-zur-poetik-guenter?bookId=85622122">Kurier zwischen den Lagern: </a>von Gerd Holzheimer</p>
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		<title>Günter Herburger Nachruf: Wildnis, singend</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Anja Röhl]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 05 Apr 2021 09:29:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Günter Herburger]]></category>
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					<description><![CDATA[Erster Nachruf für den Dichter Günter Herburger vom 5.4.2018, im jw/Feuilleton, Seite 11]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>5.5.2018 / jw-Feuilleton / Seite 11</p>
<p><span style="color: #ff0000;"><strong>&#8222;Wildnis, singend&#8220;</strong></span></p>
<p><em><span style="color: #000000;"><strong>Zum Gedenken an den Dichter und meinen langjährigen Freund <span style="color: #ff0000;">Günter Herburger </span></strong></span></em></p>
<p><strong>Zwischen Landsberger Allee und Storkower Straße spielt in der Berliner S-Bahn ein alter Mann Geige, eine traurige Melodie, ich gebe ihm mein ganzes Kleingeld, aber er kann nicht weiterspielen, er muss raus, in den nächsten Wagen. Ich merke, Musik hilft. Ich steige aus und höre einen Vogel über mir singen, ich blicke mich um und suche ihn, der einsam gegen den Lärm der Stadt ansingt. Mein Freund Günter Herburger ist tot.</strong></p>
<p>Er starb in der Nacht zum Donnerstag, im Alter von 86 Jahren, an den Folgen eines tragischen Unfalls, an dem vor einigen Wochen schon seine Frau Rosemarie gestorben war.</p>
<p><strong>Marathonläufer und Raucher</strong></p>
<p>Günter, der Vielschreiber, Günter, der Philosoph, Günter, der Kenner und Bewunderer neuer Musik, Günter, der nicht aufhören konnte, zu erzählen und der nicht aufhören konnte zu lachen, der Lästerer über die Spießbürger, der Italienfahrer, der Marathonläufer und Raucher. Günter aus Berlin, Günter aus München, Günter aus Isny, Allgäu. Den ich in einem rosa Hemd mit einer weißen Weste im Sommer 1968 das erste Mal sah.</p>
<p><strong>Behutsam der Wahrheit nähern</strong></p>
<p>Freunde nannten ihn oft nur »Herburger«. Er wollte in seinem Werk Jesus erklären.Er schrieb »Die gleichmäßige Landschaft«, die so gar nicht gleichmäßig, sondern furchterregend war. Er war noch bei der Gruppe 47 gewesen und dann auch lange bei der DKP, obwohl er antiautoritär war. Er interessierte sich gleichermaßen für Phantastik und Realismus, seine Art zu schreiben hatte etwas sehr Besonderes. Sie scheint gleichsam verschlüsselt, wenn auch einfach formuliert und hat stets etwas Sezierendes. Die Texte zerbrechen oft in Tausenderlei Einzelheiten, mit denen sich behutsam der Wahrheit, nicht der Wirklichkeit, angenähert wird.</p>
<p><strong>Viel zu wenig bekannt</strong></p>
<p>Günter Herburger schuf gigantische Werke, in denen die Worte nach Gebrauchsfertigkeit und Zusammenhang suchten, da sie expressiv eine Welt nicht nur erklären, sondern auch zu bewältigen anstrebten. Viel zu wenig bekannt wurde seine »Thuja-Trilogie« über linke Kämpfe und Wünsche in beiden deutschen Staaten ab 1970, die er 1991 abschloss, nachdem er mehrere Jahrzehnte daran gearbeitet hatte. Als wilder und beständiger Kritiker unserer Zeit schrieb er Zukunftsromane, in denen sich die Apokalypse schon eingerichtet hatte, aber auch Bücher über das Langstreckenlaufen, das er mit knapp 50 begonnen hatte.</p>
<p><strong>Eine Glühbirne, die sprechen und fliegen kann</strong></p>
<p>Am erfolgreichsten waren seine »Birne«-Bücher in den 70er Jahren, es sind Klassiker der aufklärerischen Kinderliteratur. Im Mittelpunkt stand kein Fabelwesen, kein Rotkäppchen im Walde, sondern eine Glühbirne. Erfunden hatte sie sein kleiner Sohn Daniel und erfand für ihn die Abenteuer einer Glühbirne, die sprechen und fliegen kann und die die neue, hochtechnisierte Welt zum Besseren verändern will.</p>
<p>»Birne kann alles«, das erste Birne-Buch, empfiehlt Dietmar Dath in seiner ausgewählten Literaturliste am Ende seiner aktuellen Karl-Marx-Einführung, zusammen mit Werken von Brecht, Hegel, Poistone, Luxemburg und Pohrt.</p>
<p><strong>Ein gefühlvoller Mann.</strong></p>
<p>Günter war gut zu Kindern und lieb zu Frauen. Keiner, der mehr von sich hielt, als von anderen; einer, der die Welt liebte, ein einfühlsamer, gefühlvoller Mann. Er hat sich für Menschen in seiner Nähe, wenn diese Not litten, krank oder einsam waren, eingesetzt und hat einen nie im Stich gelassen, seine Frau nicht, sein Kind nicht, seine Freunde nicht.</p>
<p><strong>Ich lernte von ihm, wie man schreibt.</strong></p>
<p>Dreißig Jahre befand ich mich mit ihm im Briefwechsel, wir scherzten, stritten und erschütterten uns, besprachen die Dinge des Alltags, genauso wie die der großen Politik. Ich lernte von ihm, wie man schreibt, er war da sehr kritisch. Er schrieb gerne Briefe und hatte zahllose Briefpartner und Briefpartnerinnen, ich war eine von ihnen und seine Briefe haben mein Herz stets über die Maßen erfreut.</p>
<p><strong>Wildnis, singend.</strong></p>
<p>Günter hinterlässt eine trauernde Familie und trauernde Freunde und Leser. Sein großes Werk ist mehr und mehr in Vergessenheit geraten. 2016 erschien von ihm der Roman »Wildnis, singend« im neugegründeten Berliner Verlag Hanani über zwei Aussteiger in der süddeutschen Bergwelt, es sind ein Athlet und eine Madonna. Und eben hatte sich sein Verlag entschlossen, sein zuletzt abgeliefertes Werk zu drucken, da traf die Nachricht des Unfalls ein.</p>
<p><strong>Ein Nazivater, der nicht mehr heimkehrte</strong></p>
<p>Günter war ein Kind der 1930-er Jahre und des Krieges, desillusioniert und wach geworden, mitten in einem Jahrhundertverbrechen. 1932 im Allgäu geboren, kam er 1942 noch in die Hitlerjugend, wo sie ihm das Kämpfen beibringen wollten. Er aber sah die Bomber und Tiefflieger und passte auf. Es blieb ihm der Nazivater, ein Tierarzt, der nicht mehr heimkehrte. Weihnachten 1942 bekam er auch das Buch, das sein Literaturverständnis – wie er später sagte – am meisten prägte: »Rulaman« von David Friedrich Weinland, Erstauflage 1876. Ein Zoologe, der Geschichten über einen jugendlichen Jäger schrieb, die in der Steinzeit spielen – und auf der Schwäbischen Alb.</p>
<p><strong>Gegen Krieg aufgelehnt </strong></p>
<p>Günter gehörte mit zu den ersten, die sich gegen den Nachkriegsmief auflehnten. Und dann gegen den Krieg der USA in Vietnam. Er hat die ganze Welt bereist, später dann erlaufen, er ist von den höchsten Klippen gesprungen und suchte stets das extreme Abenteuer. Er strebte stets nach Aufklärung und Aufbruch, all seine Figuren sind davon gezeichnet, auf witzige und originelle Art. Er nimmt in ihnen unsere Gesellschaft auseinander, wirbelt sie durcheinander und setzt sie neu zusammen. So kommt es, das man mit ihm hinter die Dinge sieht.</p>
<p>An der Gesellschaft ist er, dank seines immerwährenden Schreibens, bis zuletzt nicht zerbrochen. Weinen konnte er, wie selten ein Mann, und lachen, unbändig lachen.</p>
<p><strong>Am 28. Mai</strong> <strong>2018</strong> fand in Berlin eine Gedenkveranstaltung für Günter Herburger im Buchhändlerkeller in Berlin statt. <strong><br />
</strong></p>
<p><strong>Am 10. April 2022</strong> fand im Urspring-Internat eine Gedenkveranstaltung zu Günter Herburgers 90. Geburtstag statt. Es war eine wunderbare Veranstaltung, danke an die Veranstalter! Auch eine Gedenkstätte ist in Vorbereitung.</p>
<p style="text-align: right;"><em>Röhl, Anja: Nachruf auf den Schriftsteller Günter Herburger:  In jw/Feuilleton am 5.4.18</em></p>
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		<item>
		<title>Günter Herburger</title>
		<link>https://anjaroehl.de/lesung-von-texten-und-wuerdigung-des-dichters-herburger-in-isny/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Anja Röhl]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 20 Jul 2019 10:10:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Günter Herburger]]></category>
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					<description><![CDATA[Würdigung des Schriftstellers Günter Herburger zum einjährigen Todestag in Isny]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b>Würdigung zum einjährigen Todestag von Günter Herburger</b></p>
<p>Am 3. Mai 2018 starb der Dichter Günter Herburger.  Die ihn kannten und liebten trauern. Nun gilt es sein Werk zu verteidigen, das weitestgehend unbekannt geblieben ist. Seine Kinderbücher über eine sprechende Glühbirne, die helfen und retten kann und doch so klein wie ein Däumeling ist, ist in den 80er Jahren sehr beliebt gewesen. Sein Erwachsenenwerk schwingt zwischen Sience Fiktion und Dokumentarliteratur. Kryptische Mikrobeschreibungen verwirren den Erzählfaden, ein Kosmos entsteht unbemerkt, Botschaften soll man selbst draus ziehen. In zerstörten Landschaften überleben die nicht Gleichmäßigen.</p>
<p><b>Hier ein kleiner <a href="http://www.mein-html.de/birne-kann-alles.html">Film</a> eines Fans der Birne-Bücher</b></p>
<p>—————————————————————————————————-</p>
<p><strong>Würdigung des Dichters Günter Herburger in Isny</strong></p>
<p>Isny ist eine kleine Stadt im Allgäu, sie hat viele Türme und Tore, viele alte Steinhäuser und Sonnenlicht und Herbstblätter. Auf ihrem Friedhof liegt seit einiger Zeit der Dichter Günter Herburger. Nicht unter Tujabäumen, wie er es immer gewünscht hatte, denn die sind abgesägt worden.</p>
<p>Unter dem Motto: „Da wo ich geboren bin, werde ich wieder sein!“ fand am gestrigen Mittwoch, am 7.11.18 eine Lesung zu seinen Ehren statt, den der örtliche Literaturkreis organisiert hat. Die Lesung war aus zweierlei Gründen außerordentlich: Einmal, weil die acht Leute sich innerhalb von nur drei Monaten in ungeheurer Schnelligkeit und mit großem Fleiß durch ein Lebenswerk von fast 50 Büchern gearbeitet haben, zum zweiten, weil es ihnen mit der von ihnen erarbeiteten thematischen Herangehensweise (jeder übernahm einen besonderen Themenkreis aus Herburgers Werk, suchte dazu Textstellen heraus), gelungen ist, Herburgers Werk nicht nur örtlich, sozial, thematisch und ideengeschichtlich zu verorten, sondern auch seine nur schwer verständlichen Texte zu erklären, verständlich zu machen, Neugier beim Publikum zu wecken.</p>
<p><b>Heimatsuchender, vaterloser Sohn</b></p>
<p>Isny hat den Dichter Günter Herburger sein Leben lang begleitet, er war dort zunächst als vaterloser Sohn mit seiner Mutter zusammen, ihr zur Hilfe und zum Trost, aufgewachsen, dann aus der Enge der Provinz geflohen, dann aber immer und immer wieder gekommen. Zuerst seine alte Mutter zu besuchen, dann mit seiner Familie, um sein „Mutterhaus“ erneut zu bewohnen. Zahllose seiner Texte beziehen sich auf diese Stadt und die starken Wurzeln, die er in sich fühlt, die ihn an diese Gegend binden.  Das Haus seiner Familie ist ein weißes Jugendstilhaus mit Glasmustern in halbrunden Fensterscheiben, besitzt einen schönen Garten, eine Glasveranda. Es war das Rückzugsgebiet eines Mammutschriftstellers, der Vater, Langstreckenläufer, Dichter war, der unverschämt, aufmüpfig und wild war.  Auch ein Heimatsuchender. Denn es trieb ihn genauso stark fort, wie zurück, seine Reisen um die ganze Welt und seine Freude am Laufen zeugen davon.</p>
<p><strong>Zweiundsechszig Romane, Gedicht- und Erzählbände, Kinderbücher</strong></p>
<p>Unter solchen Themen fand der Leseabend im Isny-er Schloss statt, in einem altertümlich bemalten Saal. Neben einer Jagdgöttin war ein schwarzer Vorhang gespannt, auf dem Tisch davor die Schreibmaschine, denn Herburger hat nie einen Computer angerührt,  rechts davon sein Gesamtwerk in einer hohen Glasstele, es sind (62, inklusive der Taschenbuchausgaben ) Bücher, Romane, Gedicht- und Erzählbände und Kinderbücher. Auf einem Büchertisch vorn links im Saal liegen einige von ihnen zum Verkauf aus, zahlreiche werden auch gleich an die Besucher verkauft.</p>
<p><strong>Herburger noch nie so gut verstanden</strong></p>
<p>Das Konzept war:  Günter Herburger in Häppchen. Das ist aufgegangen. Eine Frau im Publikum rief, sie habe Herburger noch nie so gut verstanden wie durch diese Darbietung. Es ging um Gesellschaftliches, es ging um Isny, es ging um ihn als Vater, es ging um seine Visionen von einer anderen, besseren Welt. Die Vortragenden machten die lokalen Bezüge seiner Texte sichtbar, indem sie den Vorhang der Verschleierung ein wenig hoben. Kleine Erklärungen, Anekdoten, thematisch ausgewählte Zitate und Bonmots, Gedichte.  Herburger hat ein ungeheuer vielschichtiges Werk hinterlassen. Er selbst wünschte keinerlei Erklärungen zu seinen Texten, die hätten ihn eher erbost:  „Unfug“  hätte er geschrien, aber das hilft jetzt nicht mehr, nun muss er es sich gefallen lassen, nun macht das Lesepublikum mit seinem Werk, was es will.</p>
<p><strong>Herburger darf nicht vergessen werden</strong></p>
<p>Der Literaturkreis in Isny hat es jedenfalls gut gemacht. Das zahlreich vorhandene, den ganzen Saal ausfüllende Publikum dankte es durch großen Applaus. Das Werk des Dichters darf nicht vergessen werden, dafür wollen sich die Kulturvertreter mit Frau Korad der Stadt Isny einsetzen. Es soll immer wieder etwas geben, was an Günter Herburger, den Dichter aus Isny, erinnert.</p>
<p><strong>Friedrich Hechelmann, Herburgers Buchillustrator</strong></p>
<p><b>Im Nebentrakt lief eine Ausstellung seines Freundes Friedrich Hechelmann, ebenfalls aus Isny, ein Maler. Blau-verwischte Bilder, etwas mystisch, etwas kitschig, Herburger liebte es. Hechelmann hat ein Großteil von Herburgers Werk illustriert.</b></p>
<p><strong>Durch Schreibgebirge durchwühlen</strong></p>
<p>Herburger hat zahlreiche Literaturpreise gewonnen, er hinterlässt ein umfangreiches Werk, was seiner wissenschaftlichen Aufarbeitung harrt, dazu zwei mal fünf Meter Korrespondenz in zwei Reihen im Literaturarchiv Marbach.  Bei seinem Tod im Mai diesen Jahres hatte er keinen Verlag. Er galt als unlesbar, das wollen die Isnyer ändern. Wenn die Verlage ihn nicht drucken wollen, dann wollen sie in seinem Werk nach Dingen suchen, die sie gebrauchen können.  Und das haben sie getan, ein erfolgreicher, neugierig machender Abend, dem weitere Aktivitäten folgen sollen. Durch die Schreibgebirge von Günter Herburger muss man sich durchwühlen wie durch die von Elfriede Jellinek. Beide sind verzweifelte Zukunftspropheten und kämpfen gegen die zerstörerische Macht einer auf Heuchelei gegründeten Welt. Beide werden getrieben, sind Gestalter eines Werks, was aus ihnen herausbricht ohne ihr Wollen, in ununterbrochenem Fluss und ohne das es einzudämmen ist. Herburgers Werk muss nun verdaut werden, zum Publikum gelangen in einer Form, dass die hohe Sensibilität sichtbar wird, mit der er an Menschen seiner Umgebung und der Welt, an Sachverhalte wie der Zerstörung der Landschaft, des Lebens der Tiere, an die Gesellschaft und an aktuelle Fragen, die uns zu interessieren haben, heranging.</p>
<p><strong>Nicht ins Nichts entlassen</strong></p>
<p>Die Zukunft, die in Herburgers Werk immer magisch verklärt wird, mit umgedrehten und vielfach gebrochenen Motiven verziert, spielt in seinen Werken immer eine große Rolle, er war im Grunde ein optimistischer Mensch. Nie entlässt er den Leser seiner Bücher ins Nichts. Der stark in der Allgäuer Berglandschaft Verwurzelte hatte durchaus Hoffnung in Bezug auf die Zukunft, obgleich er sich keiner Illusion hingab und gerade weil er schärfster Kapitalismuskritiker war, und trotz düster-realistischer Vorahnungen. Die Erde, meinte er, würde sich spielend erholen können, sofern sie die Verursacher endlich daran hindern würde weiter zu machen wie bisher. Aber auch dem Mensch traute er viel zu, wenn er es mit Witz und Phantasie versuchen würde.  Die Perspektive war bei ihm, ähnlich wie der rote Faden in seinen Büchern, oft vielfach gebrochen, verdreht, verknäuelt, zersplittert, unter Schotter verborgen. Sie wurde von seinen allesamt ebenfalls gebrochenen und oft mit Makeln behafteten Protagonisten, die sich als Kompetenzen erwiesen, freudig mit der Lupe betrachtet, dann auseinandergenommen, neu zusammengesetzt und in den Raum, beinahe ins All geworfen. <span style="font-size: revert; text-align: right;">Mit einem Lachen, mit dem Ausruf: „Unfug!“, zusammen mit einer wegwischenden Handbewegung, garniert mit dem Fluch: „Herrgottsack!“, den der Isnyer Dichter von seiner Großmutter gelernt hat, würde Herburger selbst dieses Epistel enden lassen. Er fand es eitel, dass man nach seinem Tod noch etwas vorstellen wollte. Die Isnyer aber wollen trotzdem dafür sorgen, dass das, was er den Menschen zu sagen hatte, nicht vergessen wird. </span></p>
<p style="text-align: right;"><i><br />Bisher unveröffentlicht</i><b></b></p>


<p></p>
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		<item>
		<title>Günter Herburger zum Buch &#8222;Die Frau meines Vaters&#8220;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Anja Röhl]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 06 Jun 2014 23:11:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Günter Herburger]]></category>
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					<description><![CDATA[Der Schriftsteller Günter Herburger zum Buch „Die Frau meines Vaters“ in einem privaten Brief]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>                       …Während dieser Zeit habe ich einen Tag und eine halb Nacht lang dein erschütterndes Buch gelesen. Manchmal musste ich innehalten, besonders beim Vater, wenn die Hand kam und du erstarrt bist. Das Buch ist sehr gut in Kind, Mädchen und junge Frau unterteilt, die klare Sprache ändert sich nur unmerklich, und&nbsp;die Sätze werden kaum länger. Es kommt nur auf die realistische Perspektive an, die Gegenwart und die Furcht vor der nächsten Duckung. Wenig Glück hattest du mit Freundschaften oder den Zwillingen. Es kommt durch die schwarzen Balken noch mehr heraus, wie wichtig sie für dich waren und wie sehr du sie geliebt hast.</p>



<p>Du hattest in deinen großen, langen Briefen schon viel erzählt, doch nun wurde alles zu einer Geschichte des Leids und der Sehnsucht. Auch habe ich deine Mutter viel besser verstanden. Nie habe ich konstatiert, wie viele Plätze du hattest, wie auf der Flucht, wo du überall gewesen bist und was du alles gearbeitet hast, das wird in seiner Masse zu einer völligen Destruktion, so dass Krankheiten wie Erholungsphasen klingen.</p>



<p>Das Vorwort von Nautilus ist sehr gut, dass dem Buch nun wieder ein Hauch von Skandal anhaften wird, und das kurze Glück der Autorin weniger Aufmerksamkeit haben werde, als wieder einmal das Unglück der Familie. Dass Familie gesagt wird, ist überaus wichtig, wie der Schlusssatz der Edition: Wir haben es versucht zu vermeiden, es ist uns nicht gelungen; traurig, zugleich athletisch.</p>



<p>Nämlich eine Lebensathletin bist du, ich habe dich völlig unterschätzt. Ich habe die Dimensionen gar nicht erkannt&#8230;</p>



<p class="has-text-align-right"><em>Aus dem Briefwechsel zwischen dem Schriftsteller Günter Herburger und mir, obigiges Briefzitat aus dem Jahre 2013</em></p>



<p></p>
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