Wasserglas gegen Atom

So, man möchte also mit Wasserglas, das man im Normalfall für zerbrochene Blumentöpfe verwendet, gegen ein berstendes, vor sich hin kochendes Atomkraftwerk vorgehen und die Herren Kraftwerksbetreiber sind sich schon wieder so sicher, dass sie gleich die Bundesregierung verklagen wollen und schon heftig was von Preiserhöhungen erzählen und Leitungen, die gelegt werden müssten und dass das nun eben denn der Preis sein würde, den die Bürger dann eben zu zahlen bereit sein müssten. Wir haben verstanden, so oder so, zahlen müssen sowieso immer wir, das ist die einzige Sorte Sprache, die hier gesprochen wird.

Dabei kommt der Bürger selbst mit immer weniger Strom aus und Gemeinden tun gut daran, sich vom Großnetzbetreiber abzukoppeln und kleine Blockheizkraftwerke zu betreiben, dann haben sie in Zukunft Geld für Schulen und Krankenhäuser übrig, die Großkraftwerke braucht nur die Großindustrie für ihre zT völlig unsinnigen Dinge, die keiner haben will, sie ist auch nötig für unsere Verschwendungs- und Vermüllungswirtschaft, für Rüstungsgüter, die zum Morden benötigt werden, dabei selbst auch wieder zerstört werden, für einen unendlich angestachelten Überkonsum.

Kriege für Öl – Macht durch Atom

Die Gier nach derart viel Energie ist in Wahrheit auf friedlichem Wege dauerhaft gar nicht zu beschaffen, das wissen auch die Energieriesen, deshalb wird ihnen Angst, und nicht umsonst werden gerade jetzt weitere Kriege um Öl angezettelt. Und dafür brauchen sie das Atom, das sichert ihnen Überlegenheit und Macht, die Macht grenzenloser Zerstörungsandrohung.

Jeden Morgen, jeden Abend

Doch zunächst zu Fukoshima, jeden Morgen hören wir im  Radio die klugen Ideen und wie sie nun wieder helfen sollen und jeden Abend hören wir dann, Pech gehabt, die Werte haben sich wieder dramatisch erhöht.

Und beruhigend soll auch wirken, dass alles ins Meer fließt, es soll so ähnlich klingen, wie die Ölkatastrophe, die über Monate die Nachrichten beherrschte, wo es sprudelte und alles kaputt machte und verklebte und tötete. Davon hört man heute auch kaum noch, mit wie viel Geld hat man den dortigen Menschen wohl den Mund verschlossen? Doch dort sterben nur die, die das Öl unmittelbar festklebte, schlimm genug für die dortigen Menschen, unübersehbar auch dort  die Wirkung auf die Meeresfauna, doch immerhin, für den Konzern gabs Geldspritzen.

Menschenvernichtungsmittel

In havarierenden Atomanlagen, wie auch in nicht havarierenden, nur merkt man es dann nicht so deutlich, ist dagegen ein echtes Menschenvernichtungsmittel am Werk, hier wird unser Untergang gleich mehreren Generationen eingeläutet, oder wenigstens ein Vorgeschmack desselben und nicht auf wenig schmerzhafte, sondern auf grauenvoll schmerzhafte Weise. Und wer das nicht glauben will, dem empfehle ich die Bücher der kurz nach Hiroshima aufgezeichneten Zeitzeugenberichte, denen sich jetzt die Überlebenden- und Todesbegleiterberichte aus Tschernoby zugesellen.  Aber, was sagte kürzlich im Spiegel ein Professor für Strahlenphysik aus Dresden, der muss es wissen: Fukoshima, das sei nun mal das Risiko unserer Wohlstandsgesellschaft, damit müsse man leben wie mit Verkehrstoten. Nur selber möchte er sicher nicht dabei sein, gell? 

Wer hier nicht NEIN sagt

Menschenrechte? Liebe unter den Menschen, Solidarität, Gerechtigkeit, Mitleid, Trost, Verbundenheit, Einfühlung? Weg damit, ich bin mir selbst der Nächste, ich lebe nur für mich, an mich selbst denke ich zuerst und zerstöre für meinen Reichtum und meine Bequemlichkeit andere Menschen zu Tausenden, zu Millionen. Doch nicht mal das macht hier einen Sinn, denn die Radioaktivität tötet auch weiter entfernt, es ist ein Suizid auf Raten und dazu einer, der mit Sicherheit die Falschen, nämlich unsere Nachkommen, unsere gesamte Zukunft trifft. Wer auch nur den Funken eines Verantwortungsgefühls im Leibe hat, der muss aufstehen und laut sagen: Nein! Wie es der sterbende Wolfgang Borchardt einstmals von der Menschheit erflehte!  Andernfalls wird sich die Menschheit zurück entwickeln. Weit, weit zurück. Wenn dem nicht Einhalt geboten wird, wenn wir dem nicht Einhalt gebieten!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.