in jw, 28.6.07, von Anja Röhl Früher saß man dort zwischen gelagerten Baustoffen und eingezogenen Wänden in einer eiskalten Ruine, später galt die Jakobikirche in Stralsund als Geheimtip für unkonventionelles Theater und besondere Musik, und nun eröffnet die sogenannte Kulturkirche einen großen Bauabschnitt im Turmbereich mit einem Kulturfestival. In diesem Rahmen gab es bislang Musik, Lesung, Kunst, Oper und auch

Das Stralsunder Theater traut sich was. Wo ein politischer Gefangener heute damit rechnen muß, wegen einer antikapitalistischen Bemerkung lebenslang im Gefängnis zu bleiben, kommen in Stralsund regelmäßig revolutionäre Stücke auf die Bühne. Dafür gibt es »Standing ovations«. Im vorigen Jahr beim »Marat« von Peter Weiss, jetzt beim Musikdrama »Der Konsul« von Gian Carlo Menotti.Im »Marat« war viel Volk auf der

in genanet, 2006 Heute vor zwanzig Jahren, am 29.4.86 ging ich nachmittags gegen halb sechs zu einem Radierkurs in das Kreuzberger Künstlerhaus. Ich war etwas früher gekommen und lehnte mich im ersten Stock aus dem Fenster: der Himmel war blau, die Sonne schien, alles war friedlich. Ich hatte von dem Unglück in Tschernobyl gehört, aber die Pressemitteilungen waren am Anfang

Damals, 1991, als Saddam Hussein der Teufel war, als den man heute Milosevic ausgibt, da wurde der Irak „ins Mittelalter zurückgebombt“. Fassungslos hörten wir diese Wendung und sahen die flackernden Lichter der Einschläge auf unseren Fernsehbildern. Während damals unsere Kinder friedlich schliefen, wurden dort die Kinder in unserem Namen von Bomben getroffen. So durchwachten wir die Nächte in namenlosem Entsetzen.

in Mitgliederzeitung der Tourette-Gesellschaft Deutschland “Tourette Aktuell” Nr. 4 Einen Tag vor der Preisverleihung gingen wir in einen beliebig ausgesuchten Film der diesjährigen Kinder-Berlinale. Danach waren wir so beeindruckt wie selten, wir hatten geweint und wir hatten gelacht, wir waren berührt. Wir liefen mit einer Menge von Leuten mit, wollten unbedingt mit den Regisseuren diskutieren, auch die Kinder kamen mit. 

An jenem Sonntag, den 5. Mai 1986, als in Berlin laut TAZ 110 Bq/m3 Luft gemessen wurden, las ich in der Morgenpost einen Artikel mit der Überschrift: „Berlins Hausfrauen lassen sich keine Angst machen, trotz des Atom-Unglücks sind Obst und Gemüse gefragt“. Ich möchte euch hier und heute sagen, was eine Frau in Harrisburg aussprach: „Wir lassen und unsere Angst