Laura war hier – Gripstheater

Das Gripstheater hat eine neue große Uraufführung vorgelegt: Das Stück: Laura war hier, von Milena Baisch, in der Regie von Rüdiger Wandel, mit vielen großartigen neuen Gripsliedern von Volker Ludwig. Das Stück ist ein typisches Gripsstück, eines, das an der gesellschaftlichen Wirklichkeit ansetzt und dann zeigt, dass sie zu überwinden ist. In der Angst, Traurigkeit,…

Ich, Daniel Blake – Filmrezension

Dieser Film von Ken Loach ist ein großes Meisterwerk, man könnte es auf die Bühne bringen, es besticht durch die Echtheit seiner Dialoge, seiner Personen, die „wie aus dem Leben gegriffen“ sind, dabei aber doch literarisch volle Kunstfiguren bleiben, die ein scharfer gesellschaftlicher Analytiker nach Exemplarizität gestaltet und ausgewählt hat. Er hat kein Liebespaar gewählt,…

Nie gab es soviele Sklaven wie heute

„Nie gab es in der Geschichte der Menschheit so viele Sklaven wie heute“, das sagt eine Rechtsanwältin in diesem Film, wer das nicht glauben will, muss sich diese Dokumentation ansehen! Unsere Welt, demokratisch? Unsere Gesellschaft, frei, gerecht? Das sind die Sprüche, die die Bessergestellten klopfen, Gesetze, frei und europäisch verabschiedet, in sauberen Hallen, machen es…

Die Dada-Diven im Ramba Zamba Theater

Ein rauschendes Fest begleitete die neue Premiere des Ramba Zamba Theaters, die Dada-Diven (Regie: Gisela Höhne), dazu gab es Kostümschows, Bandauftritte, Szenenausschnitte aus dem umfangreichen Repertoire, spätabends Eckerhard Wenzel und Meret Becker als Gäste, das war das 25-jährige Jubiläum des Ramba Zamba Theaters. 25 Jahre macht dieses Theater nun schon avantgardistisches Theater mit Menschen, die…

Der Vater – Rezension am Renaissance-Theater Berlin

Das Berliner Renaissance-Theater ist vorteilhaft gealtert mit seinen goldenen Wandstoffen und schmiedeeisernen Jugendstil­ornamenten. Die Farben sind mit den Jahrzehnten dumpfer geworden, die Verstaubtheit hat Charme. Auf den mit altrosa Samt bespannten Stühlen sind kleinere Zuschauergruppen schon lange vor Beginn des Stücks in Unterhaltungen vertieft. Man hat hier wenig Beinfreiheit, dafür sehr gute Sicht von allen…

Richtfest – Theater Schöneiche – Rezension

Utopie und Krabbencurry: In Schöneiche bei Berlin gibt es eine frische Inszenierung von Lutz Hübners »Richtfest« http://www.jungewelt.de/2016/11-02/049.php Von Anja Röhl Wovon im Stück »Richtfest« nur die Rede ist, das ist in Schöneiche nach schweren Kämpfen verwirklicht worden: Die »Kulturgießerei« als Bürgerhaus für alle, in dem nun auch »Richtfest« aufgeführt wird Foto: kulturgiesserei.de Nächste Vorstellungen: 18.11.,…

24 wochen – Rezension

Der Film „24 Wochen“ ist ein Film, der momentan überall läuft, er zeigt in langen sentimentalen Sequenzen die Gewissensqualen eines Paares, das ein behindertes Kind erwartet. Klar, wollen sie sich, da sie modern sind, „drauf einlassen“, bekommen viele Infos vom Ramba Zamba Theater, von Behinderten-Beratungsstellen, die Bekannten machen gute Miene zum bösen Spiel, alles geht…

Inside IS im Grips-Theater – Rezension

jw/ Feuilleton, 15.10.16 Am 12.10.16 brachte das Berliner Grips-Theater die zweite politisch brisante Uraufführung in der noch jungen Spielzeit nach »Aus die Maus« heraus: ein Stück nach Motiven von Jürgen Todenhöfers Bestseller »Inside IS«. Todenhöfer ist für das Buch über seine Reise in den »Islamischen Staat« auch unredlich attackiert worden. 14 Aussagen des Spiegels über…

Faust. Ein Fragment – im Theater Vorpommern – Rezension

Am 1.10.16 konnte man in Greifswald einen von Schwulst, Geistesschwere und Mystik freien Faust sehen, in dem das Schicksal Gretchens zur Hauptsache wird. Dazu eine Inszenierung (Bravo an Reinhard Göber), die eine orientalisch anmutende Verfremdung die Hauptperson vornimmt.  Die Kostümierung Gretchens und ihrer Familie lässt durch Gewand und Zimmerwandschmuck, beides in warmen, schönen Farben, fließenden…

Der Wildschütz / Wanderoper Bad Freienwalde – Rezension

jw/Feuilleton/ 13.9.16 Wider die kulturelle Verwahrlosung – Die Wanderoper Brandenburg inszenierte Albert Lortzings »Wildschütz« in Bad Freienwalde Als im Zuge des Anschlusses an die BRD die Kulturlandschaft Ostdeutschlands gerodet wurde, wie es kein ZK-Plenum der SED je vermochte (noch wollte), blieb eine Regionalkultur, wie sie nur in einem Land mit dem Bildungsniveau der DDR hatte…