Don Quijote im Volkstheater Rostock – Rezension
Komödie von Peter Jordan / Sehr frei nach Miguel de Cervantes
Schon länger läuft in Rostock das Stück Don Quijote in einer freien bearbeitung von Peter Jordan im Ateliertheater der großen Bühne. Sancho Panza tritt dort als Clown auf und will von seinem Herrn weg, weil ihm der ein Fall für den Psychiater zu sein scheint. Mit wunderbarer Körpersprache gewinnt hier Malin Steitz zunächst die Herzen der Zuschauer. Aber das Stück verliert durch eine wenig stringente Handlung und Dramaturgie, Dulcinea als auseinandernehmbares Pferd, Spanientänzerin und strenge in einer roten Phantasie-Uniform steckenden Beamtin tanzt zwar schön, wirkt aber puppenhaft künstlich und der Don als verwirrter Spinner ist nicht mal lustig, die Weltrettungsphantasie glaubt man ihm nicht.
Peter Jordan hat sich hier in seiner frei nach Cervantes-Bearbeitung des historischen Stoffes mE vergaloppiert. Die drei Spieler:innen, besonders Malin Steitz als Sancho, versuchen durch ihr wunderbar clowneskes Körperspiel alles herauszuholen, was geht, so dass man durchaus interessante Momente hat, denn sie ist eine wirklich begnadete Schauspielerin, aber im Ganzen ist es vergeblich, das Stück berührt nicht, es packt einen nicht, es verwirrt nur und besonders die Bezüge von damals zu heute wirken gewollt, wie angeklebt.
Don Quijote, Komödie von Peter Jordan, sehr frei nach Miguel de Cervantes – Ateliertehater im Rostocker Volkstheater
Inszenierung: Simon Jensen, Bühne und Kostüme: Isabelle Kaiser, Dramaturgie: Arne Bloch, Regieassistenz und Inspizienz: Karla Prager, Spielende: Hagen Ritschel, Malin Steitz, Anouk Warter