Monsieur Aznavour – Filmrezension

Wie der arme georgisch-armenische Einwanderersohn Charles Aznavour zu einem der größten Chansonniers Frankreichs werden konnte, welche Hürden er nehmen musste, welche Rückschläge einstecken, all das zeigt jetzt eine französiche Filmbiografie von Mehdi Idir und Grand Corps Malade (bekannt aus „Lieber Leben“/2027). Dass seine Weltkarriere zum Superstar schmerzhaft, steinig und dornig war, zeigt eine einfühlsame und schonungslose, aber auch witzige Filmbiografie, die jetzt in die Kinos kommt. Der Film brilliert besonders dadurch, dass er eine Kindheit „von der Straße“, in einer armen armenischen Einwandererfamilie, zum positiven Ausgangspunkt seines Talents und Voraussetzung seiner Freundschaft mit Edith Piaf macht, die ihm schließlich den Weg zur Weltkarriere ermöglicht hat. In fünf Kapiteln, die jeweils mit Liedtiteln von Aznavour überschrieben sind, wird die Geschichte eines charmanten kleinen, im herkömmlichen Sinne nicht schönen Mannes erzählt, der als armer Außenseiter beginnt und zum Repräsentanten und Weltstar des französischen Chansons wird. Immer wieder muss er heftige Diskriminierungen erleiden, Anfeindungen, Ausgrenzung und blanken Rassismus. Seine Texte und Melodien werden dadurch immer besser. Die beiden Regisseure haben Großes geleistet. Wie immer in einer Mischung von Witz und Tiefe. Der Schauspieler Tahar Rahim, (Franzose algerischer Abstammung) bekannt aus Jacques Audiards Knastdrama „Ein Prophet“, verkörpert Aznavour als Erwachsenen mit starker Ähnlichkeit zum Original, dem er sich in Gestik und Mimik, sowie in lässiger Eleganz auf eine feine, liebevolle Weise angenähert hat. Großartig! Lohnt sich!

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