Vom Krieg gegen die Frauen in Afghanisthan

Deutschland führt Krieg in einem Land, wo es nichts zu suchen hat, auf Seiten mittelalterlicher und neuzeitlicher Barbaren, die zum Frauenmord aufrufen. Früher hieß es, das wolle man ändern, deswegen kämpfe man ja, um der Menschenrechte willen, heute wird nicht mal der Schein gewahrt: Kaum jemandem war es eine Meldung wert, dass der durch Geheimdienste herangezüchtete, von Kanzlerin Merkel favorisierte, vom Krieg in Afghanisthan profitierende Kandidat Karasai noch kurz vor der Wahl einem Gesetz zugestimmt hat, dass für jede Frau, die dem Mann den Geschlechtsverkehr „verweigere“, jede erdenkliche Strafe bis zum Nahrungsmittelentzug vorsieht. Der Ehemann könne ganz nach belieben verfahren, hieß es. Um was für einen „Geschlechtsverkehr“ handelt es sich, wenn das Verweigern  den Tod bedeutet?

Am 08.11.2009 berichtet die türkische Zeitung “Vatan” von einer fragwürdigen Entscheidung des obersten Berufungsgerichts in der Türkei. Ein Mann beantragte die Annullierung seiner Ehe, da seine Frau zum Zeitpunkt der Eheschließung keine Jungfrau mehr gewesen sein soll. Obwohl die Ehefrau ein Gutachten vorlegte, das ihre Jungfräulichkeit sogar bestätigt, gaben die Richter dem Mann Recht und begründeten ihre Entscheidung mit dem türkischen Zivilrecht. Dabei ist es medizinisch unmöglich anhand des so genannten “Jungfernhäutchens” (Hymen) festzustellen, ob eine Frau schon (vaginalen) Geschlechtsverkehr hatte. Beim Hymen handelt es sich lediglich um einen Gewebesaum, der den Scheideneingang umgibt und nicht um ein Häutchen, das den Scheideneingang verschließt und beim ersten Geschlechtsverkehr zerstört wird. Manche Mädchen werden ohne Hymen geboren, viele haben trotz sexueller Kontakte einen intakten Hymen.

Was ist schlimm daran, eine Frau zu sein?

Als Frau aufzuwachsen, bedeutet für viele Menschen in dieser Welt ein schreckliches Schicksal, sie verfluchen es. Frauen dürfen für Ehebruch gesteinigt, für Geringeres als lesbische Liebe verbrannt, für ein Kind als Ergebnis einer Vergewaltigung ermordet werden. Ihr Körper gehört nicht ihnen, sondern ist Werkzeug. Ihr Geschlecht, das wahlweise als böse, dreckig, ekelhaft, und als schrecklicher Makel angesehen wird, gehört ihnen erst recht nicht, gehört stattdessen der Familie, die darin nach Belieben herumfummeln darf, um herauszufinden, ob von einer bestimmten Haut darin mehr oder weniger vorhanden ist. Wahlweise herumschneiden, je nachdem, in welchem Land das Mädchen lebt. Was hat die Welt gegen Frauen? Kann es sein, dass, wenn sich die Verhältnisse brutalisieren, die Menschheit dem Frauenhass fröhnt? Welche sozialpsychologischen Gesetze wirken in dieser Weise, dass Menschen sich gegen Menschen nur deshalb wenden, weil sie weiblich sind? Es ist eine andere Art von Rassismus, man nannte es früher Sexismus. Das Wort ist aus der Mode gekommen.

Vom Beschützen zum Gehören

Dem Gedanken Frauen und Kinder zu beschützen und für sie zu sorgen, scheint der Gedanke, Frauen und Kinder gehörten dem Mann und hätten zu tun, was dieser will, immanent zu sein. Von dem aus ist es zu einer Verfügungsgewalt über deren Körper nicht mehr weit. Einzig helfen könnte hier nur die uneingeschränkte Gleichbehandlungs- und Gleichberechtigungs-idee. Bei Fehlen dieser siegt das Barbarentum. Unterteilungen in oben und unten, in weniger oder mehr wertvolle Menschen, wie es der Welt-Kapitalismus, neuerdings gestützt von Hirnbiologen, weiß machen will, damit selbst die Gedanken der französischen Revolution rückgängig machend, führen immer zum Auseinanderbrechen aller Beziehungen. Gewalt und Krieg sind die Folgen. Geht dieser Riss durch die Geschlechter, so ist das auch ein Krieg. Wie viele Frauen auf der Welt erleiden ihn?  Internationale Frauenrechtsorganisationen, die im Wohnzimmer gegründet wurden, kämpfen seit zwei Jahrzehnten gegen diesen Krieg an. Es ist ein spezifischer Krieg, der gegen die Frauen geführt wird. Wir müssen ihn auch auf spezifische Weise bekämpfen. Wir müssen die Dinge öffentlich machen und mehr ins Blickfeld rücken. Wir müssen eine weltweite Frauensolidarität pflegen. Was die Welt den Frauen antut, so müssen wir sagen, das tut sie jeder von uns an, was heimlich in den Schlafzimmern passiert, das geht uns alle an! Nur die absolute Gleichwertigkeit zwischen den Menschen kann eine Lösung sein. Für eine Welt, in der niemand ein geknechtetes Wesen ist! Keine Frau, kein Kind, kein Mann, alle gleichermaßen Menschen.

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