Die Haspler – Improtheater – Rezension

Improvisationstheatergruppe in Rostock und MV: Die Haspler

Seit 2007 steht die Improvisationstheatergruppe „Die Haspler“ für spontane Geschichten, überraschende Wendungen und die Freude am gemeinsamen Spiel. Mit zwölf Ensemblemitgliedern bringen sie Erstaunliches auf die Bühne: Keine Texte, kein vorher festgelegter Ablauf. Alles entsteht irgendwie live auf der Bühne. An diesem Tag sind die Haspler im Peter-Weiß-Haus zu Gast, und hat ein anderes Impro-Ensemble zu Gast, es soll ein imaginäres Wettspiel werden, welches Team „das Bessere“ ist. Das Ganze ist natürlich ironisch gemeint, und das imaginäre Wettspiel wird zur Kritik an sportlichen Wettkämpfen.

Das Peter-Weiß-Haus ist ein Kulturzentrum Rostocks, mit schönem Außenbereich, in der KTV, dem Studentenviertel von Rostock, gelegen, in dem sich viele freie Gruppen treffen, es eine freie Lebensmittelausgabestelle gibt und auch das Literaturzentrum Rostocks seit langem schon zuhause ist. Ich habe noch nie ein solches Spiel gesehen. Eine Moderatorin, verkleidet als Richterin, gibt ein Stichwort, fragt das Publikum und tut so, als ob sie sehr streng mit ihren spielenden Gruppen sein wird. In kleinen 2er und 3er-Gruppen treten nun, wie in einem Sportwettkampf, die aus Greifswald gegen die aus Rostock an. Die Lacher, die sie im Publikum hervorrufen, sowie das Erstaunen über ihr Impro-Talent bestimmen die Bewertung. Mit mehrfach ironischen Brüchen begeistern und erhellen sie die Gemühter des Publikums. Nichts kann geübt werden, alles muss sich im Moment entwickeln, ich staune. Es ist äußerst amüsant und auch lehrreich.

Die Spielenden schauen zu Beginn in gespielter Angst auf die Richterin und müssen zu jedem Begriff, den die Richterin vom Publikum erfragt, Szenen entwickeln, die möglichst spannend sind. Das Talent beider Gruppen ist wirklich groß, es kommt einem schier unmöglich vor, was die da machen. Wie schaffen sie, so schnell auf interessante Ideen zu kommen? Man lernt auch erstaunliche Techniken kennen, z.B. die eine Gruppe spielt etwas pantomimisch, dazu muss die andere Gruppe den Text improvisieren. Es war keine Minute langweilig, es ging immer um Substantielles, und man geht nach Hause voller Ehrfurcht über diese außergewöhnlichen Talente.

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