Neulich zwängte ich mich in enge Busse und machte einer jener sagenumwobenen Museumsnächte mit, für die ich bisher immer zu müde gewesen war. Ich hatte mir dabei aber ein eigenes Ziél vorgenommen: Ich wollte herausfinden, ob es auch Museumsaktivitäten “gegen den Strom” gibt und siehe da, ich bin fündig geworden. Wenn auch nur am Rande und nach längerem Suchen. Zunächst nur:

  Es war ein einmütiges Treffen Ost- und Westlinker aller Zeiten. Begrüßungen, Umarmungen, Zurufe, draußen die RBB-Übertragungswagen, die Veranstaltung in Koop von Melody & Rhythmus, BE und der jungen welt organisiert, war sehr gut besucht, man kam kaum durch.   Konstantin Wecker und Prinz Chaos II führen durch den Abend: „Das sollte eigentlich ein Geburtstagsfest sein, es wurde heimlich in Gang

jw / Feuilleton / 29.11.11 Bis heute ist kaum ins öffentliche Bewußtsein gedrungen, daß 500000 Sinti und Roma von den Nazis ermordet wurden. Wie aktuell die Diskriminierung der Bevölkerungsgruppe ist, zeigt die Ausstellung »Reconsidering Roma« im Kunstquartier Bethanien, in Berlin-Kreuzberg. Ihre tradierte Lebensweise widerspricht dem herrschenden Konsens der »Gadsches«. So nennen Roma die arbeitsamen, zwangsweise ruhiggestellten Nicht-Roma, von denen sie

9.8.11 / jw / Feuilleton Wenn man ein Bild fertig macht, tötet man es – 72 Picasso-Drucke in Stade Stade bei Hamburg verdankt den Erhalt seiner Altstadt einem Atomkraftwerk und einem Werk der Dow Chemical Company. Jedenfalls sollten die schiefen Hansehäuser nach Angaben eines Mitarbeiters des Kunsthauses in den 70ern ins Hafenbecken gekippt, dieses zugeschüttet und ein gigantischer Parkplatz gebaut

22.7.11 / jw Feuilleton   Kriegsgerät in der Wüste, Nescafe in der Steppe: Daniel Schwartz stellt in Berlin »Ansichten aus dem Hinterland der Kriege« aus.  –   Schnee sucht man vergebens auf den Bildern, die der Schweizer Fotograf Daniel Schwartz im Berliner Martin-Gropius-Bau unter dem Titel »Schnee in Samarkand« ausstellt. Statt dessen gibt es Sand, Nebel und manchmal Menschen zu sehen.  

Rolf Becker trägt nicht vor, er stampft mit den Füßen auf, er liest auch nicht, er tobt, er benutzt eine Sonnenbrille zum Hochklappen, einen Hut, einen Geldschein, seine Bühne ist ein Stehpult, aber man denkt sich einen Theatersaal, er macht es heute Abend, aber man sieht die Geschichte der ganzen Menschheit Revue passieren. Was er zusammengetragen hat an Texten über

Vor drei Wochen erstickten und verdursteten beinahe   einige Hundert Menschen in unseren neusteinzeitlichen Fernzügen, ich sitze nun schlotternd in einem und beobachte missmutig die Zugtür, die, bedingt durch Schwerkraft, in jeder kleinen Kurve ihren Öffnungsmechanismus betätigt und noch mehr kalte Luft einströmen lässt. Bei einem Gang auf das WC darf ich, soviel Kraft ich auch hätte, oder Lust sie loszuwerden,

Die Preisvergabe der hochverdienten Dr. E.A. Langner Stiftung im Jazzbereich der HFMT war dieses Jahr gleichzeitig ein kleiner Lehrgang für Jazzmusik, dessen Wesen ja aus der ungeplanten und unverfälschten instrumentellen Kommunikation der beteiligten Musiker besteht. Es wurden drei junge Musiker geehrt: Lukas Klapp, der Jüngste der Preisträger, hoffnungsvoller, ausgesprochen virtuoser Pianist, geboren im Jahr der Wende, 24.2.89, Oliver Gutzeit, geboren

07.10.2009 / Feuilleton junge welt / Seite 13 / aktualisiert Ich schwimme gegen den Strom, da dreht sich der Strom um, schwimmt mir nach…, diesen Satz schrieb mir Ulrike Marie Meinhof in mein Poesiealbum als ich elf Jahre alt war. Und seriöse Journalistin, die sie war, gab sie auch die Quelle an: …von Heike Dotiné. Ich habe das Album nicht